Südspitze


Vorschlag zur nachhaltigen Neugestaltung der Südspitze und Kritik an aktuellen Maßnahmen

Liebe Vereinsmitglieder,

zunächst möchte ich euch ein großes Lob aussprechen: Es ist schön zu sehen, dass ihr euch aktiv darum bemüht, die Fläche an der Südspitze für unsere Bienen und Insektenfreundlicher zu gestalten. Diese Initiative ist wirklich wichtig und zeigt, dass wir alle auf demselben Weg sind. Dennoch möchte ich einige konstruktive Kritikpunkte ansprechen und euch gleichzeitig meine Unterstützung anbieten.

  1. Goldrute in der Mitte als Nahrungsquelle für Bienen

Mein Vorschlag für die Neugestaltung der Fläche ist es, im Zentrum eine große Pflanzung von Goldrute anzulegen. Wie bereits erwähnt, gibt es sowohl die deutsche als auch die amerikanische Goldrute, die wir kombinieren können. Beide Sorten blühen spät und sind ideal, um die Bienen in der Trachtlücke ab Juli zu unterstützen. Durch diese Pflanzung schaffen wir eine langanhaltende Nahrungsquelle und fördern gleichzeitig die Biodiversität auf unserer Fläche.

  1. Heckenbepflanzung mit Schneebeere

Rund um die Goldrutenfläche schlage ich eine Hecke aus Schneebeere vor. Diese Pflanze blüht ebenfalls spät im Jahr und liefert wertvollen Nektar für unsere Bienen und andere bestäubende Insekten. Sie bietet nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern schafft auch eine optische Einfassung der Fläche und trägt so zur Gestaltung bei.

  1. Kritik an der Nutzung von Steinen und Pappkartons

Nun zu meiner Kritik: Ich finde die Verwendung von Steinen und Pappkartons auf der Fläche problematisch. Aus meiner Sicht gehören diese Materialien nicht auf den Acker oder in eine bienenfreundliche Fläche. Steine erschweren den Boden und hindern die Pflanzen daran, sich richtig zu entwickeln, während Pappkartons potenziell Schadstoffe enthalten und keine nachhaltige Mulchlösung darstellen. Hier möchte ich betonen, dass natürliche Materialien und bienenfreundliche Pflanzen eine deutlich bessere Lösung sind.

  1. Angebot zur Unterstützung

Gerne biete ich euch meine Unterstützung und mein Wissen an, um gemeinsam eine nachhaltige und bienenfreundliche Lösung zu finden. Ich stehe euch mit Rat und Tat zur Seite, um die Fläche so zu gestalten, dass sie nicht nur schön aussieht, sondern auch langfristig für unsere Bienen wertvoll ist.

In diesem Sinne möchte ich euch bitten, die Steine und Pappkartons von der Fläche zu entfernen, damit wir eine gesündere und naturnähere Lösung umsetzen können.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine wunderbare Lösung finden werden.

Mit freundlichen Grüßen,Micha


7 Kommentare zu „Südspitze“

  1. Die Goldrute – erste Wahl bei Harnwegsproblemen

    Sie wird nicht nur wegen ihrer ansprechenden Blütenpracht, sondern auch als Heilpflanze geschätzt. Sie kann entzündungshemmend und durchspülend wirken und findet deshalb traditionell Anwendung in der Behandlung von leichten Entzündungen der ableitenden Harnwege.

      • da du die amerikanische Goldrute erwähnst, nehme ich an, die nordamerikanische/kanadische ist gemeint.
        Diese gilt als problematisch.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_Goldrute#Kanadische_Goldrute_als_invasiver_Neophyt

        „Die Kanadische Goldrute wird als invasiver (und damit problematischer) Neophyt eingeordnet, da die wuchskräftige Zierpflanze durch die Verwilderung eine große ökologische Auswirkung hat. Sie breitet sich auf Trockenrasen- und Brachflächen, etwa entlang von Bahnstrecken, stark aus.

        In wärmeren Regionen und z. B. in Ackerweinbergen oder Magerrasen beeinflussen die Dominanzbestände des Neophyten den Ablauf der Sukzession und verdrängen somit die einheimischen, lichtliebenden Pflanzen. Besonders Pflanzen mit einem sehr engen Standortschwankungsbereich sind bedroht. Daraus folgt die Gefährdung von Tierarten, die diese Pflanzen als Nahrung benötigen. Auf der anderen Seite dient die kanadische Goldrute als Nahrungsgrundlage für diejenigen Tiere, die sich an ihr Vorkommen angepasst haben. Die Verbreitung erfolgt durch Samen, Goldruten-Arten können bis zu 19.000 Samen pro Stängel produzieren. Das Verdrängungspotential der kanadischen Goldrute äußert sich auch durch unterirdische Ausläufer, die große Flächen erobern.

        Die Ausbreitung der kanadischen Goldrute beschleunigt somit den Artenwandel erheblich. Die Etablierung dieses weitverbreiteten Neophyten wird durch bereits vorhandene Störungen und Landschaftsschäden ermöglicht.

        In der Schweiz wurde sie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten aufgenommen und der Freisetzungsverordnung unterstellt“

        • Bepflanzung im Lebensgarten: Eine nachhaltige Lösung

          Bei der Gestaltung unseres Lebensgartens möchten wir Pflanzen auswählen, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch pflegeleicht sind. Ein besonderer Fokus sollte auf heimischen Arten liegen, die das natürliche Gleichgewicht unterstützen und gleichzeitig eine ästhetische Bereicherung bieten.

          Ein Beispiel für eine Pflanze, die sorgfältig abgewogen werden sollte, ist die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Obwohl sie optisch ansprechend ist und viele Insekten anzieht, gilt sie in Europa als invasiver Neophyt. Ihre schnelle und aggressive Ausbreitung verdrängt einheimische Pflanzen und gefährdet somit die lokale Flora und Fauna. Sie breitet sich vor allem auf Brachflächen und an Bahnstrecken aus, wo sie dichte Bestände bildet und heimischen Arten wenig Platz lässt. Aufgrund dieser Problematik steht sie in einigen Ländern, wie der Schweiz, bereits auf der Schwarzen Liste invasiver Pflanzen. Eine mögliche Alternative wäre die Deutsche Goldrute (Solidago virgaurea), die in Europa heimisch ist und sich nicht so invasiv verhält. Sie ist ebenfalls eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten, ohne das Gleichgewicht im Garten zu stören.

          Eine weitere interessante Option für die Bepflanzung, insbesondere zur Gestaltung von Hecken, ist die Schneebeere (Symphoricarpos albus). Diese robuste Pflanze eignet sich hervorragend für die Anlage von Hecken, da sie dichte Strukturen bildet und eine schöne, dezente Blüte aufweist. Ihre weißen Beeren, die im Herbst erscheinen, verleihen dem Garten zudem einen einzigartigen optischen Akzent. Die Schneebeere ist pflegeleicht und widerstandsfähig gegenüber schwierigen Bodenverhältnissen, was sie zu einer beliebten Wahl in naturnahen Gärten macht. Obwohl die Beeren Saponine enthalten und nicht essbar sind, stellen sie keine Gefahr für den Garten dar und werden von Tieren weitgehend gemieden. Gleichzeitig bietet die Schneebeere vielen Insekten und Vögeln Schutz und Lebensraum, was sie ökologisch wertvoll macht.

          Fazit: Für eine nachhaltige und ästhetische Bepflanzung im Lebensgarten sind heimische Arten, wie die Deutsche Goldrute, eine gute Wahl. Sie unterstützen die Biodiversität, ohne invasive Auswirkungen zu haben. Gleichzeitig ist die Schneebeere eine hervorragende Lösung für Heckenpflanzungen, da sie robust, pflegeleicht und optisch ansprechend ist. Mit diesen Pflanzen kann der Lebensgarten nicht nur schön, sondern auch ökologisch im Gleichgewicht gehalten werden.

  2. Ist die Schneebeere essbar?
    Was kann man mit Schneebeeren machen?
    Schneebeeren enthalten Saponin, eine natürlich seifige Substanz mit antioxidativer und antimikrobieller Wirkung auf der Haut. Frische Beeren können zerdrückt und auf die Haut gerieben werden, um sie zu reinigen und zu beruhigen; sie heilen auch Ausschläge und Verbrennungen . Die amerikanischen Ureinwohner verwendeten die Beeren, um ihr Haar zu reinigen.28.02.2022

  3. Humorvoll gesagt: typisch Lebensgarten, kaum wird was schönes in die Hand genommen, kommen von allen Seiten Kommentare.
    Wir die Gartengruppe haben uns sachkundig gemacht, sind vom Fach und gestalten eine Fläche. Hab einfach Vertrauen, Michael.
    Goldraute hat sich im Palsgelände sehr ausgebreitet. Ich stimme Karima zu und aus diesen Gründen möchten wir Sie nicht pflanzen

    • Betreff: Vorschlag zur Pflanzung der europäischen Goldrute (Solidago virgaurea)

      Liebe Gartengruppe,

      nachdem wir uns intensiv mit der Bepflanzung der Fläche auseinandergesetzt haben, möchte ich einen weiteren Aspekt in die Diskussion einbringen.

      Die europäische Goldrute (Solidago virgaurea) ist eine heimische Pflanze, die von Natur aus in Deutschland vorkommt. Sie hat eine lange Tradition in unseren Ökosystemen und bietet eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Insekten – insbesondere für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Gerade in Zeiten, in denen weniger andere Pflanzen blühen, spielt die Goldrute eine zentrale Rolle für die Erhaltung der Biodiversität.

      Ich verstehe die Bedenken in Bezug auf die Ausbreitung der Pflanze, insbesondere wenn wir die invasive kanadische Goldrute (Solidago canadensis) betrachten, die sich aggressiv ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt. Diese invasive Art wird häufig mit der einheimischen Goldrute verwechselt, doch es ist wichtig, hier zu unterscheiden. Die einheimische Goldrute neigt nicht zur invasiven Verbreitung und bleibt in ihrer natürlichen Umgebung gut kontrollierbar.

      Aus diesen Gründen halte ich es für sinnvoll, die heimische Solidago virgaurea in unsere Planung aufzunehmen. Sie trägt zum Schutz der Insektenvielfalt bei und fügt sich harmonisch in unsere lokale Pflanzenwelt ein, ohne das Risiko, die Fläche unkontrolliert zu dominieren.

      Ich hoffe, dass diese Überlegungen hilfreich für unsere Entscheidung sind, und freue mich auf eure Rückmeldungen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Micha

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