Geliebtes Umfeld,
in den letzten Wochen habe ich etwas Abstand gewinnen können. Während meines Kurlaubs in Katalonien konnte ich mich bei meiner ayurvedischen Kur gut erholen und mit Ruhe Klarheit gewinnen.
Es ist mir ein Anliegen, euch mitzuteilen, wir ich zu PaLS und den aktuellen Entwicklungen stehe.
Zunächst möchte ich klarstellen, dass es auch weiterhin mein Wunsch ist, mich aus PaLS komplett zurückzuziehen. Sowohl aus der Geschäftsführung, als auch aus meiner Rolle als Gesellschafter. Hierbei hilft mir Til und ich bitte euch auch weiterhin, bei Fragen rund um PaLS auf ihn zuzugehen.
Margrit und ich haben 2003 das Gelände kaufen können, damit es dem Lebensgarten und den hier lebenden Menschen zu Gute kommen möge. In der Folge gab es unterschiedliche Ansätze, wozu das Gelände genutzt werden sollte. Das erste große Projekt galt der Lebensgartenerweiterung. Mit dem „Fluss des Lebens“ hatte sich ein Teil der Gemeinschaft (mit großem Einsatz von Ute und Michael) ein Ziel gesteckt, das viel mehr Zeit benötigte, als geplant.
Nach der Bankenkrise 2008 schien es uns sehr wichtig, eine Selbstversorgung vor Ort zu haben. Mit der Gründung von PaLS wurde ab 2009 die Selbstversorgung im Sinne der Permakultur angestrebt. Wir haben viel geschafft, doch muss ich nüchtern feststellen, dass wir von einer Selbstversorgung weit entfernt sind und sich dieses Projekt nicht nachhaltig selbst trägt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich will versuchen, meinen Anteil zu beleuchten.
Wir haben in den vergangenen Jahren Margrits und meine Idee mit großem Einsatz umsetzen wollen. Mit der Vision klar vor Augen haben wir große Ressourcen mobilisiert und viele Menschen motiviert, sich für die Idee zu engagieren. Es war mir immer wichtig, Menschen zu unterstützen und ihren Potentialen die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben.
Ich sehe aber auch, dass durch meine Macher-Art, tolle Visionen rasch umzusetzen, Strukturen entstanden sind, die zwar viele Möglichkeiten geschaffen haben, aber nicht zu einer dauerhaften, kontinuierlichen oder gar gewinnbringenden Nutzung geführt haben. Außerdem schmerzt es mich, dass sich durch die Art, wie sich PaLS entwickelt hat, sich mir liebe Menschen abgewendet haben und es ihnen nicht mehr möglich war, sich weiter zu engagieren.
Da ich gespürt habe, welche Power und welches Engagement in der Vergangenheit hier aufgebracht worden ist, möchte ich diesen Kräften einen ganz neuartigen Raum geben, sich neu zu entfalten.
Für mich fühlt es sich noch nach einem neuartigen Experiment an, diesen Raum durch meinen Rückzug aus PaLS zu gewähren. Wird es mir gelingen, meine vielen Ideen und Visionen nur auf Nachfrage einzubringen und auch zu akzeptieren, wenn diese selbst dann eventuell nicht umgesetzt werden? Auch hier bitte ich euch um Unterstützung und Nachsicht, wenn ich in alte Muster verfallen sollte. Nach 83 Jahren Training, sind meine Muster doch gut trainiert. Doch glaubt mir bitte, dass ich es ernst meine mit dem Abgeben. Das gelingt mir sicherlich am Ehesten, wenn ich sehe, dass durch mein Loslassen ein neues, nachhaltigeres PaLS entsteht.
Wir sind wieder an einem Scheideweg. Ich frage mich und euch, wie die richtige Frage bezüglich PaLS lautet. Auf welche Weise kann die PaLS-Fläche dem Lebensgarten und seinem Umfeld dienen? Aus dem Umfeld des Lebensgarten heraus sind viele gute und zukunftsweisenden Initiativen entstanden. Neben dem Seminarbetrieb sind der Waldkindergarten, AV e.V., freie Schule, Transformation 36, LeDi, PeaceLab, Permakulturwald, LeNA entstanden. Und auch die Choka Sanga mit ihrem neuen Tempel würde wohl ohne den Lebensgarten nicht entstanden sein.
Es ist im Sinne der Permakultur, Verbindungen und Netzwerke zu nutzen und zu stärken. Daher geht an euch die Einladung zusammen zu schauen, wie PaLS und sein Gelände für uns alle zum Vorteil genutzt werden kann. Meine Hoffnung ist, dass wenn sich diese Kräfte zusammensetzen, neue Synergien sichtbar werden und daraus ein neuartiges Konzept entstehen darf, das es ermöglicht PaLS nachhaltig zu unser aller Nutzen zu betreiben.
Wenn ich mir vorstelle, was daraus entstehen kann, wenn sich die engagierten Menschen dieses Ortes zusammensetzen, hüpft mein Herz. Und wenn die Potentiale von PaLS als dienende Plattform diesem Feld eine Unterstützung sein kann, hat ein darauf basierendes Konzept vielleicht das Potenzial nachhaltig tragfähig zu sein.
So könnten wir der Urmotivation, dass die Fläche unserem geliebten Umfeld zu Gute kommt, auf bessere Art gerecht werden. Können/wollen wir das im Rahmen der aktuellen Umgestaltung wieder in den Fokus rücken?
Noch ein paar Worte zu Til: Mir ist klar geworden, dass ich es allein nicht schaffe, PaLS loszulassen. Daher habe ich Til gebeten, mich dabei zu unterstützen die Struktur zu schaffen, die die richtigen Menschen einlädt, sich zu engagieren.
Wenn er es schafft, mit euch zusammen eine Zukunft für PaLS zu entwickeln, gebe ich mit Freude PaLS in verantwortungsbereite Hände, wie immer die dann auch aussehen mögen.
Mit schwerem und leichtem Herzen,
Declan
Lieber Dec!
Mich beeindruckt es immer wieder, wenn Menschen feststellen, daß etwas in ihrem Leben nicht so gelaufen ist, wie sich diese Person das gedacht hat. Dies festzustellen und dazu zu stehen, dazu sich noch zu öffnen für Änderung, finde ich sehr groß und muss mit offenen Armen empfangen werden.
Leider gelingt das vielen Menschen nicht und hinterlassen vor lauter Stolz ein zweifelhaftes Erbe und viele Verletzungen, ziehen sich selbst verletzt zurück, weil sie ihre eigene Rolle nicht erkennen.
Das du diese Worte mit jungen 84 schreibst berührt mich sehr und du hast meinen vollen Respekt!
Auch unsere damalige Holzgruppe, welche sich durch deine Hilfe zum PermaKulturWald gemausert hat und jetzt das Laufen lernt hat mit PaLS damals seinen Schmerz erlebt. Dazu gehören aber immer beide Seiten, die diesen auslösen.
Deine Worte lassen mich alte Dinge zur Ruhe bringen und motivieren mich für die Zukunft.
Der gemeinnützige Verein PermaKulturWald e.V. steht nach wie vor bereit, mit PaLS in die Zukunft zu gehen und wir stehen zur Verfügung, mindestens für den PaLS Wald Zukunftsideen mit PaLS zu entwickeln.
In diesem Sinne, dein dir verbundener
Steff
Lieber Declan…
Lieber Stefan…
…euch beiden einen von Herzen lieben Dank für diese berührenden Worte!!!
Lieber Declan, ,
aus der zur Zeit durch die Umstände großen räumlichen Entfernung nehme ich regen Anteil an dem Geschehen. Declan, ich finde, dass Du immer wieder mit großem Enthusiasmus Deinen Visionen gefolgt bist. Jetzt den neuen Weg einzuschlagen, der dem großen Ganzen dient, erfordert viel Mut. Ich wünsche Dir und uns, dass wir einer guten gemeinsamen Zukunft für PaLS und dem Lebensgarten mit seinen „Ablegern“ entgegensehen!
Mit Leuten wie Til und Stefan an Deiner Seite wird es gelingen!
Und außer den beiden haben wir doch so viele tolle „Männer und Frauen“, dass es gelingen wird, neue Wege zu erkunden und erfolgreich zu sein!
Declan, Du lieber, weiser, wunderbarer, großherziger Mann! Danke
…Ja, das finde ich auch !!!