Es war einmal eine Eva Regine

Erinnert ihr euch noch an Eva Regine? Das war mal für 6 Jahre eine Lebensgärtnerin, die hier einige Freunde und Freundinnen hatte. Sie war in vielen Gremien aktiv, kümmerte sich um Menschen, Tiere, liebte und machte Musik, war sozial engagiert und leitete sogar unseren Verein als Vorstandsmitglied.

Deutlich mehr als zwei Jahre war klar, dass sie Wohnraum braucht, sogar dauerhaft wohnungslos war, da ihr wegen Eigenbedarf gekündigt worden war.
Trotz mehrerer Möglichkeiten wurde frei werdender (Stiftungs-)Wohnraum wiederholt anders vergeben. Auch gegen die Empfehlung der WiL-Gruppe, die sich auch nicht gerade klar (letztlich „mit Bauchschmerzen“ ?!) für Eva Regine ausgesprochen hat. Warum eigentlich?

Es mag nachvollziehbar sein, dass es persönliche Befindlichkeiten, Freundschaften und Aversionen geben kann. Auch menschlich, dass diese zu Einflussnahme auf Entscheider genutzt werden.
Derdiedas Auslöser bereut inzwischen, sich gegen die Wohnungsvergabe an EvaRegine und Sonja ausgesprochen zu haben, um durch die relative räumliche Nähe ein vermeintliches Eindringen in die Privatsphäre zu verhindern. Und hat schriftlich widerrufen, was die Stiftung aber nicht bewegen konnte, dem Rat der WiL-Gruppe zu folgen.

Welchen Einfluss Beziehungsdramen auf die Vergabe von Wohnraum haben (dürfen), sollte in unserer Wertewelt recht klar sein: keine.

Wie wird die Absage an Eva Regine gerechtfertigt? Und wie gehen wir damit um, daß auch Sonja, die ebenfalls schon seit über drei Jahren Lebensgärtnerin ist, als Kollateralschaden abgelehnt wurde?

Wie gehen wir als „Gemeinschaft“ damit um?

Aus den Augen aus dem Sinn? Das Universum hat EvaRegine eben hier rausgeekelt, und Sonja ist aus Versehen mit über die Klippe gegangen? Dann soll das wohl so sein.

Vom Stiftungsvorstand können wir wohl nur bitten, aber nicht fordern, dass er seine Ablehnung aus Befindlichkeitsgründen transparent macht. Von unserer WiL-Gruppe könnten wir schon erklärt bekommen, warum Entscheidungen erst sehr verzögert gefällt und dann uneindeutig/unfair ausgesprochen und kommuniziert werden. Unterstellte „mangelnde Selbstreflektion“ als Hinderungsgrund für Wohnraum? Das erste offizielle Feedback der Stiftung über den Stand der Dinge nach unzähligen Monaten war die Absage auf dem AB. Das geht besser, oder?

Die WiL-Gruppe lud zum Gespräch, als Eva Regine bereits wohnungslos in Essen war. Ihre deutliche schriftliche Stellungnahme wurde dann gegen sie ausgelegt. Sonjas Anwesenheit hat wohl nicht gereicht.

Nach dieser Odyssee hat EvaRegine verständlicherweise den Glauben an den Lebensgarten verloren. Aber was machen wir jetzt damit? Schulterzucken und weiter? Oder nehmen wir das zum Anlass unsere Werte (oder deren Umsetzung) zu hinterfragen und was zu ändern?

Wir wünschen uns, wenn uns hier Unrecht widerfährt, dass Menschen aufstehen. Und was hier geschehen ist, empfinden wir als Unrecht, das wir nicht hinnehmen möchten. Gespannt auf eine ausführliche Erklärung. Es bleibt ein Rest Hoffnung, dass zusätzliche Informationen Klarheit bringen.

Bis zur finalen Absage, waren wir immer noch der Überzeugung, dass unsere Gremien schon in „unserem“ Sinne entscheiden würden. Dass es nun so kommt, bringt uns auf die Barrikaden. Könnt ihr uns hier wieder runter helfen?! Oder haben wir zu lange gewartet/vertraut und ihr kommt mit hier rauf?

Erregt und mit dem dringenden Wunsch nach Aufklärung oder Veränderung

Til & Sylke

 

P.S.: Ich, Sylke, habe schon mit einigen Beteiligten gesprochen. Es gab viel Engagement und Bereitschaft mit mir über meine Entrüstung zu sprechen. Das Unverständnis über das Ergebnis bleibt aber und so wähle ich diesen Weg.

14 Kommentare zu „Es war einmal eine Eva Regine“

  1. Ich oute mich mal als eine derjenigen, die mit allen Beteiligten und FunktionsträgerInnen immer wieder in Kontakt war und sich sowohl Sonja als auch Eva Regine freundschaftlich verbunden fühlt. Ich habe jede Menge emotionale Phasen durch und viele mehrfach:

    Irritiation
    Verwunderung
    Schock
    Ungläubigkeit
    Hoffnung
    Vertrauen
    Wut
    Angst
    Groll
    Ekel
    Akzeptanz
    Mitgefühl
    Wertschätzung
    Abwehr
    Respekt
    Trauer
    Erschütterung
    Unglaube
    Erschöpfung
    Fremdschämen
    Verzweiflung
    Bedrücktsein
    Anspannung
    Herzenge
    Gelassenheit
    Empörung
    Feindseligkeit
    Frustration
    Skeptizismus
    Ungeduld
    Unsicherheit
    Unzufriedenheit
    Verstörung
    Erstarrung…

    Da kommt eine ganze Menge zusammen. Nichts hat mich in den letzten Monaten so nachhaltig bewegt, wie der ‚Prozess‘ dieser Entscheidung und was er mit Menschen macht, denen ich mich nahe fühle (und damit sind nicht nur die beiden Haus-Wünscherinnen gemeint). Ich hatte schlaflose Nächte deswegen… hoffte inständig, dass eine Lösung gefunden wird, mit der es dann ALLEN gut gehen kann.

    Und manchmal erfüllen sich Hoffnungen einfach nicht.

    Ich bin immer noch stark aufgewühlt und mir laufen jetzt die Tränen. Ich brauche Einfühlung (und bitte kein beschwichtigendes Pseudo-GfK-Herumgeseiere, sondern jemanden, der sich mitfühlend meine komplette Wolfsshow anhören und mich darin begleiten kann, dass ich wieder in inneren Frieden mit diesem Thema kommen kann). Fühlt sich jemand dazu berufen, sie mir zu geben?

    Was ich wirklich nicht möchte ist, meinen Zorn, der immer wieder hochwallt, in der Gemeinschaft auszukippen. Das könnte nur trennen, wo ich mir Verbundenheit wünsche. Ich bin davon überzeugt, dass wir etwas aus der Situation lernen können und wünsche mir, dass wir das als Gemeinschaft aktiv angehen. Irgendeine Form werden wir doch wohl finden? Wäre das Forum ein solches Format? Ein restoritive Circle? Council? Wir haben so tolle Heilungs-Werkzeuge… lasst sie uns nutzen!

    (Wer mich persönlich mit Einfühlung unterstützen möchte: gern über Whattsapp eine Nachricht schicken oder anders direkt bei mir melden. Danke.)

  2. „Heilungsarbeit und Konfliktbewältigung sind irgendwie nicht die Stärken des Lebensgarten.“

    Wenn man nach dem Spiegelprinzip geht, sollten wir uns alle, die dies über den Lebensgarten denken, mit unserer eigenen Seite beschäftigen, die dieses Schema unterstützt.

    Dies soll kein Belehren sein, sondern ein stetiges selbstreflektieren, welches auch für meine Person gilt, da ich selber mit dem LG momentan nicht klar bin.

    Was steuere ich dazu bei? (Das muss mir jetzt keiner auzählen, diese Frage darf sich jede*r selber stellen.

  3. Danke! Ich fühle mich nicht mehr so allein auf den Barrikaden. Aber eigentlich will ich hier oben gar nicht sein. Liebe Andersseher, könnt ihr uns bitte helfen, uns wieder zu beruhigen, damit wir es uns wieder mit euch zusammen am Fuße der Barrikaden bequem machen können!?
    Und was ist der richtige Rahmen, um ins Gespräch zu kommen? Für Sachinformationen finde ich den Infogarten das richtige Medium. Kontroverse Diskussionen werden nach meiner Wahrnehmung zunehmend gescheut. Online und offline. Ich unterstütze Cynthias Vorschlag, ein Heilungswerkzeug anzuwenden. Welches? Wann?

  4. Mich macht es einfach traurig, dass sogenannte Privatangelegenheiten, die viele betreffen, immer noch über Klarheit und Transparenz in der Gemeinschaft gestellt werden. Warum?
    Klar Stellung zu beziehen, warum bestimmte Entscheidungen gefällt werden, schafft in jedem Falle mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit als so tun, als könnte man alles still schweigend umgehen, was hier in der Gemeinschaft einfach nicht funktioniert.
    Und die Dinge so auf unschöne Weise ihren Weg finden.
    Schade…

  5. In dieser Geschickte gibt es mittlerweile so viele Kapitel, dass es mir kaum möglich erscheint, alles abzuwägen um Klarblick zu haben. Insgesamt erscheint es mir aber definitiv notwendig, dass die Stiftung eine Stellungnahme zu diesem Thema macht. Die Verknüpfung von Silke und Joos in den beiden am Entscheidungsprozess beteiligten Gremien macht einfach ein ultradoofes Gefühl und stört ein Vertrauensverhältnis für mich immens. Ich sehe, dass es schwierig ist. Ich wünsche mir trotzdem sehr von der Stiftung als letztendlich auch von der WiL-Gruppe, dass die Beweggründe der Entscheidung transparent gemacht werden.

    • Hallo Arinya,

      du wünscht dir Infogarten-öffentlich Transparenz und Vertrauen bezüglicher der Stiftungsentscheidungen und schlägst meinen Wunsch nach einem persönlichen Gespräch aus. Diese Art der Transparenz und Vertrauensbildung eines persönlichen Gespräches scheinst du offenbar nicht zu meinen.

      So interessiert an den Stiftungsentscheidungen und so gut vernetzt, wie du im Lebensgarten bist, bin ich mir sicher, dass du davon Kenntnis bekommen hast, dass weder Silke noch ich an den Entscheidungen in den jeweiligen Gremien beteiligt waren und wir beide deutlich signalisiert haben, jedwede Entscheidung dort zu akzeptieren. Die Entscheidungskriterien der Stiftung sollten darüber hinaus doch auch klar sein: Auftrag der Stiftung laut ihrer Satzung, Empfehlungen der WiL-Gruppe; Vermieterinteressen, Interessen der Bestandsmieter, Bewerberinteressen. Wie viele Versuche wir im Stiftungsvorstand gemacht haben und noch machen, in der Sache rund um den Rosenanger 22 möglichst allen Beteiligten einigermaßen gerecht zu werden, dürfte dir ebenfalls nicht verborgen geblieben sein.
      Wo fehlt es aus deiner Sicht jetzt noch an Transparenz? Willst du ernsthaft, dass jenseits der Vertraulichkeit persönlicher Gespräche die Gründe für die jeweilige Bewertung verschiedener Bewerberinnen um Wohnraum öffentlich dargestellt und gerechtfertigt werden? Soll im Namen von Transparenz und Vertrauen all das ans Licht gezerrt und gewichtet werden, was im Laufe dieses schwierigen Prozesse gesagt und getan wurde und was in der einen oder anderen Weise die Entscheidung mit beeinflusst hat?

      Dass jemand wie du, der so lange in wichtigen Ämtern des Lebensgartens gearbeitet hat, hier so einer Form der Reinredekultur Vorschub leistet, enttäuscht mich. Hast du dir mal Gedanken gemacht, warum wir im Stiftungsvorstand über die Jahre in konstanter Besetzung diesen höchst schwierigen Job mit so vielen belastenden Entscheidungen machen können, während in vielen anderen Bereichen des Lebensgartens die Menschen schnell erschöpfen und manchmal sogar ausbrennen?

      Das alles und noch viel mehr hätte ich dir gern persönlich dargelegt, aber so ist es vielleicht besser als garnix.

      Viele Grüße
      Joos

      • Lieber Joos
        Ich sah nur 2 Gründe, aus welchen ich mit Dir das Thema hätte angehen wollen:
        1. wegen Silkes und Deiner Verknüpfung mit dem Thema: da aber halte ich mich raus.
        2. als Stiftungsmitglied:
        da halte ich Dich aus dem Thema raus.
        Also ergab sich für mich kein Redebedarf.
        Das hatte ich Dir versucht, per Anruf zu vermitteln.

        Zu der „Vertrauensbildung eines persönlichen Gesprächs“ : ja, das hatte ich nicht gemeint. Ich finde die vielen Gespräche, in denen Einzelpersonen Einzelinformationen bekommen (und auch ich hatte viele Einzelinfos, aus 1., 2., und 3. Hand) verwirrend und schwierig, auch wenn sie Teil des natürlichen Lebens und Umgangs miteinander sind. Es gibt Momente, da kippt das Ganze und es sind meines Erachtens dann klare Worte des entscheidenden Gremiums nötig. Nicht generell, aber wie in diesem Fall hier m.E. schon.
        Ich wünsche mir dann mehr Mut und Offenheit, Entscheidungen öffentlich zu machen.
        Das meine ich mit Transparenz.
        Und tatsächlich bleibt es doch vielen Menschen verborgen, „wie viele Versuche wir im Stiftungsvorstand gemacht haben und noch machen, in der Sache rund um den Rosenanger 22 möglichst allen Beteiligten einigermaßen gerecht zu werden“. Das ist es ja.
        Mir ist klar, Joos, dass das schwierig ist und vieles aufwirft, was nicht aufgeworfen werden soll. Ich kenne das natürlich auch aus z. B. der Vorstandsarbeit. Trotzdem gibt es eine Form – und die hat Jan in seiner Antwort hier eingehalten – die den Informationsbedarf der Menschen befriedigt (zumindest mehr oder weniger) und etwas befrieden kann.
        So möchte meinen Kommentar und den Wunsch nach Transparenz auch verstanden wissen. Ich habe von Samarpan vorhin bestätigt bekommen, dass sowohl Silke als auch Du nicht bei der Entscheidungsfindung beteiligt ward; zuvor hatte ich aufgrund von anderen Aussagen den Eindruck, dass es sich sehr wohl eine Weile lang vermischt hat.
        Ich wollte euch nichts unterstellen, hatte aber andere Informationen.
        Na ja, genau deshalb eben der Transparenzwunsch.
        Insgesamt sehe ich diese ganzen Prozesse als dem Versuch vieler Menschen an, in dem ganzen Gewusel Gerechtigkeit, Objektivität, Klarheit, Wahrheit oder ähnliches zu finden. Ich betrachte diese Diskussion als einen Teil der Lebendigkeit hier und bin froh, dass es sie gibt, unabhängig vom äußerlich sichtbaren Ergebnis. Das ist für Dich eine „Reinredekultur“ , o.k.; für mich ist es aber auch Berührt sein, Sorge oder Angst ausdrücken, Zweifel haben, sich zeigen usw. Trotz der Schwächen dieses Forums hier sehe ich es als gute Möglichkeit an, sich zu zeigen und auch Fragen zu stellen. Ich finde es schade, dass Du es so nieder machst.

      • Um es mit kurzen Worten zu sagen.
        Es gibt die Wahrheit und das Gerücht.
        Je weniger die Wahrheit bekannt ist, desto größer das Gerücht und umgekehrt.
        Dieses Ergebnis lese ich aus sehr viel Text hier raus.
        Eigentlich ganz einfach und doch so schwer…

      • So einfach?
        Wie geht denn jeder einzelne von uns mit Gerüchten und Halbwissen um? Übernehme ich die Veranwortung, frage nach und sorge für Aufklärung? Oder nehme ich das Gerücht für die Wahrheit, bis mir jemand das Gegenteil beweist? – Mal ganz abgesehen von der Frage, wer welche Gerüchte eigentlich aus welchen Gründen in die Welt gesetzt hat …

        Natürlich haben wir uns auch als Stiftungsvorstand gefragt, ob wir mit den Beweggründen und dem Prozess, der zu der Vergabeentscheidung geführt hat, in irgendeiner Form an die Öffentlichkeit gehen sollten. Wir haben uns aber aus den in meinem Brief an Arinya dargestellten Gründen entschieden, dies nicht in öffentlichen Foren zu tun, dafür aber jeden Nachfragenden so weit wie möglich zu informieren. Was die Rolle von Silke und mir in diesem Prozess angeht, so haben alle Menschen, die darüber Auskunft haben wollten, immer eine offene Antwort erhalten. Dass EvaRegine ihr Verweilen im Lebensgarten an die Vergabeentscheidung geknüpft hat, haben wir beide nicht gewollt und auch nicht zu verantworten.

      • Weiste Joos, für mich ist das so einfach, denn für mich liegt es an zwei Dingen:
        1. Frage stets die andere Seite, wenn es für dich wichtig ist.
        2. Halte Vereinbarungen schriftlich fest

        zu 1.
        Wenn dies beherzigt wird braucht es nicht die großen Worte, welche wir hier im Infogarten momentan an vielen Stellen vorfinden.
        Da der Mensch allerdings scheinbar Gerüchte lieber hat, als die andere Seite zu fragen, entstehen solche Situationen, weshalb ich den Wunsch nach Transparenz nachvollziehen kann. Diese scheinst du ja auch zu geben, wenn auch auf Anfrage.
        zu 2.
        höre ich immer wieder Declan, der mal zu mir sagte: „Wir machen einen Vertrag, damit wir uns vertragen“
        Vereinbarungen zu verschriftlichen hat nichts mit Misstrauen zu tun. Im Gegenteil, es vermeidet ein Schlachtfeld, wie wir es gerade in Jürgens Artikel mitbekommen. Und hier scheint es mir, daß es mit immer komplizierteren Formulierungen versucht wird, die Oberhand zu gewinnen.
        Was für ein Aufwand an Zeit und Verletzungen für das Versäumnis, eine Vereinbarung schriftlich festzuhalten und so zu archivieren, daß es andere Generationen auch noch mitbekommen.
        In beiden Punkten kommt mir der LG vor wie ein Entwicklungsland. Der Schuster hat halt die schlechtesten Schuhe oder „warum einfach, wenn es kompliziert geht?“

  6. Ich habe nun mit einigen Personen gesprochen. Ich kann Entscheidungen jetzt besser nachvollziehen, auch wenn ich zu anderen Schlüssen gekommen wäre. Ich sehe klar den Wunsch und Anspruch -und die Zwickmühlen – das Beste für das Gesamtsystem zu tun. Da wird und wurde sehr viel Zeit und Engagement investiert. Dafür bin und bleibe ich dankbar. Es wurden nach bestem Wissen und Gewissen Tatsachen geschaffen, die nicht mehr zurück genommen werden (können/sollten/brauchen?). Das ist eine Ebene, mit der ich abschließen kann.

    Es bleibt der Umgang unserer Gemeinschaft mit dem Vorgang. Der Teil ist Wesentlicher. Mit dem Finger auf Verantwortungsträger zu zeigen ist einfach und wenig hilfreich. Haben wir einen Anspruch als Gemeinschaft? Wollen wir einen entwickeln?
    Gibt es etwas, worauf ich mich – aufgrund meiner Gemeinschaftszugehörigkeit – verlassen kann?
    Wie steht es um das soziale Netz des Lebensgartens? Wenn es sowas gibt, wen fängt es auf? Streben wir einen Umgang mit Drop Outs an, der über das jeweilige Freundesnetzwerk hinaus geht? Wäre nicht gerade sowas das Kernthema einer Gemeinschaft?

  7. Ich möchte aus meiner persönlichen Sicht zu einigen der unten stehenden Punkte meine Gedanken äußern.

    „Trotz mehrerer Möglichkeiten wurde frei werdender (Stiftungs-)Wohnraum wiederholt anders vergeben.“
    => Soweit ich weiß, hat EvaRegine von sich aus zu mehreren Möglichkeiten nein gesagt weil es aus verschiedenen Gründen für sie nicht passte.

    „Auch gegen die Empfehlung der WiL-Gruppe, die sich auch nicht gerade klar (letztlich „mit Bauchschmerzen“ ?!) für Eva Regine ausgesprochen hat. Warum eigentlich?“
    => Im meinen Verständnis des WiL-Gruppen-Auftrags aus der Gemeinschaft gehört die Berücksichtigung (wie auch immer die dann aussieht) einer guten nachbarschaftlichen Atmosphäre mit dazu bei den Empfehlungen. Das ist ein Teil der Bauchschmerzen und das finde ich nachvollziehbar und nicht persönlich gemeint. Das andere ist, dass einige Beteiligte mit mancher Art und Weise wie EvaRegine kommuniziert hat, Schwierigkeiten hatten. Mir hat es teilweise auch nicht gefallen und ich habe EvaRegine direkt darauf angesprochen. Und ich verstehe es, dass in einer Drucksituation die Worte nicht so auf die Goldwaage gelegt werden könnten aber es ist eben so. Daher das Wort Bauchschmerzen.

    „Von unserer WiL-Gruppe könnten wir schon erklärt bekommen, warum Entscheidungen erst sehr verzögert gefällt“
    => Was meint ihr mit verzögert? Gekündigt haben Mareike und ich den Rosenanger 22 für Ende November, beschäftigt hat die WiL-Gruppe sich mit der Empfehlung für die 22, ich glaube bisher 3 Monate, Mails, Gespräche, Sprachnachrichten, Treffen, Sommerpause, Investieren für die Hoffnung auf eine gute Lösung. Warum findet ihr, dass wir Entscheidungen schneller treffen müssten ohne zu versuchen, eine gute Lösung zu finden? Ist uns nicht gelungen, das finde ich sehr sehr schade!

    „und dann uneindeutig/unfair ausgesprochen und kommuniziert werden. Unterstellte „mangelnde Selbstreflektion“ als Hinderungsgrund für Wohnraum?“
    => ? Ihr Lieben, hmm.. ich finde, ihr nehmt Bruchstücke aus E-Mails aus dem Kontext raus und stellt diese hier als Tatsachen hin, das finde ich schwierig.

    „Welchen Einfluss Beziehungsdramen auf die Vergabe von Wohnraum haben (dürfen), sollte in unserer Wertewelt recht klar sein: keine.“
    => Finde ich wichtig, in der Gemeinschaft zu klären, ob Zwischenmenschliches und Wohnatmosphäre als Auftrag an die WiL-Gruppe grundsätzlich keine Beachtung finden soll.

    „Aus den Augen aus dem Sinn? Das Universum hat EvaRegine eben hier rausgeekelt, und Sonja ist aus Versehen mit über die Klippe gegangen? Dann soll das wohl so sein.“
    => In meinem Verständnis ist EvaRegine weiterhin Lebensgärtnerin (habe aktuell mitbekommen, das wohl nicht mehr, sehr schade…) und dran was Wohnraum angeht außer wir hören offiziell als WiL-Gruppe anderweitig von ihr.
    Sonja auch, von ihr wissen wir, dass sie dringenst Wohnraum hier sucht.

    „Die WiL-Gruppe lud zum Gespräch, als Eva Regine bereits wohnungslos in Essen war. Ihre deutliche schriftliche Stellungnahme wurde dann gegen sie ausgelegt. Sonjas Anwesenheit hat wohl nicht gereicht.“
    =>Das habe ich anders erlebt. Ich fand das Gespräch mit Sonja sehr gut.

    „Nach dieser Odyssee hat EvaRegine verständlicherweise den Glauben an den Lebensgarten verloren.“
    => Ich vermute, dass ist nicht der einzige Grund warum EvaRegine jetzt nicht hier ist. Ich würde mich sehr freuen wenn sie wiederkommt weil ich sie außerordentlich schätze!

    „Wir wünschen uns, wenn uns hier Unrecht widerfährt, dass Menschen aufstehen.“
    => Wer beurteilt was Unrecht ist?

    „Bis zur finalen Absage, waren wir immer noch der Überzeugung, dass unsere Gremien schon in „unserem“ Sinne entscheiden würden.“
    => Die WiL-Gruppe hat EvaRegine und Sonja mit Fridolin empfohlen, als Gemeinschaftsorgan mit Auftrag aus der Gemeinschaft. Die Stiftung hat eine andere Funktion und Rolle mit anderen Kriterien. Das finde ich nachvollziehbar und ich weiß, dass die drei im Stiftungsvorstand nach besten Wissen und Gewissen sehr gerungen und entschieden haben und das respektiere ich.

    Ich finde bisher nicht, dass ich als WiL-Gruppen-Mitglied oder wir als WiL-Gruppe wirklich „Mist“ gebaut haben und ich bin offen dafür, wenn die Mehrzahl oder Einige in der Gemeinschaft dies anders sehen und zu schauen, was dann.

    @Alle: Was wünscht ihr euch von der WiL-Gruppe jetzt an Informationen oder anderem?

  8. liebe leute-
    wir haben die 22 nicht bekommen.
    eva regine wird nicht zurück kommen.
    ich wohne vorerst bei jörg in deblinghausen.
    ich habe mir damit selbst ein ganz schönes ei gelegt.. ich habe ja selbst im borsteler weg gekündigt. ich wurde da nicht rausgeschmissen oder so. ich wollte mit der kündigung ein klares zeichen setzen, dass ich wirklich in den lg ziehen will und nichtmehr nur ein teil am rand sein möchte.
    ich will da sein und einen wertvollen beitrag leisten können.
    ich wusste, dass es ein zimmer bei jörg für mich und frido geben würde- für den übergang.
    ich wohne so gerne schön und sicher und ich bin wahnsinnig traurig, dass eva regine nun doch nicht jeden mittag mir gegenüber sitzen wird. wir hatten es echt schön miteinander! wir hatten es schön und es war schnell klar- als sie übergangsweise zu mir in den borsteler weg gezogen war- dass wir auf jeden fall weiter versuchen wollten, zusammen zu wohnen.

    dies ist nicht die erste wohnungsabsage, die ich im lg bekommen habe. ich konnte jede einzelne, trotz bedauern von meiner seite, verstehen.
    nun, diesmal wollte eine lebensgärtnerin sogar unbedingt mit mir wohnen- mit uns wohnen- dass war ein schönes gefühl und ich konnte es mit einem klaren ja -von mir an sie- beantworten.
    so waren wir offen für einzel -wohnraum aber eben auch für das vielbesprochene gemeinsame wohnen.. so hatten wir uns also auf die 22 beworben…

    ich kann respektieren, dass wir den wohnraum nicht bekamen. aber ich möchte mich hiermit noch einmal zum thema äussern- auch mit dem wissen, dass mir gerade vor drei /vier stunden gesagt wurde, ich solle die entscheidung den verantwortlichen überlassen und einfach vertrauen… kann ich nicht ohne worte- denn diesmal bleibt etwas über..: es sind die fragen:
    -weil es stress gab, weil jemand ein problem für einige war, wurde ihr wohnraum verwehrt? Finde ich nicht in ordnung. und heisst dass im übrigen für mich, die sich nun zum wiederholten male (deshalb) mit entscheidungsträgern und/oder direkt beteiligten gestritten hat, dass ich in zukunft auch keine ehrlichen chancen mehr bekomme eins der stiftungshäuser zu beziehen?
    und
    -reiche ich nur zum kollateralschaden? ( was die frage impliziert: was muss ich noch leisten, dass ich sichtbar werde und wertvoll genug bin, als das ich „zum zuge“ kommen darf)
    denn
    soweit es mir direkt benannt wurde, gab es die überlegung: wer besser in das haus passt im sinne von liquidität und odrnung halten können;
    wer nützlicher für den lebensgarten ist;
    wer besser passt wegen des sozialen frieden willens und ein weiterer aspekt der mir zum schluss genannt wurde war,
    dass die“ andere partei“ ja nun auch endich mal wissen möchte- ob sie einziehen kann oder nicht.
    hm. ich bin liquide..nur dafür geh ich ja jeden tag arbeiten.. und ordnunghalten ist nun einfach auch nicht mein problem.. soweit ich weiss, treffen diese sachen so auch auf evaregine zu.

    der soziale frieden..jaa..irgendwie der grösste brocken der für mich sichtbar wurde- denn, das wir alle gleichzeitig zum ende des jahres vorhatten umzuziehen, dass ist irgendwie von jeder das eigene problem finde ich..
    der zweitgrösste brocken ist für mich- zu schlucken, dass ich in meiner nützlichkeit, gegen eine andere aufgewogen werde. das passt mir ganz einfach nicht. Find ich doof. Bin ich nicht mit einverstanden. wäre das so auch nicht wenn ich in diesem fall! die gewinnerin dieses battles geworden wäre.
    also..der soziale frieden.. vor eingen wochen wollte ich mit einem der direkt beteiligten eine auseinandersetzung. diese wurde klar abgelehnt (ich möchte das dies gehört wird gerade unter dem aspekt, dass immer wieder gesagt wird, man hätte ja die leute ansprechen sollen/ können/ müssen) und wenig später kam es- in der kneipe- dennoch (zufällig) dazu. sogar mit zwei der direkt beteiligten. Ich konnte in diesem moment den beiden klar und sehr unverblümt- und für mein gefühl sehr ausgibig- meinen ganzen sermon zu diesem thema mitten ins gesicht..sagen.
    ich , in meiner persönlichkeitsstruktur bin hilflos, fassungslos, ratlos- wenn ich mich auseinandersetzen will aber nicht darf. Ich fühle mich besser- wenn ich raum dafür bekomme, es eben doch zu können. für mich war der zank in der kneipe – befreiend.
    übrig bleibt bei J., dass ich mich damit aber in dinge einmische- die mich- o-ton – schlichtweg nichts angehen.
    übrig bleibt, dass ich übergriffig sei; dass ich einseitig denke in der schuldfrage… jup- ich wäre auch froh gewesen, mit diesem ganzen intimen kram nichts zu tun haben zu müssen. hab ich aber leider und so bin ich nicht stillschweigend und vertrete dass, was ich durch viele stunden des hörens und verstehen wollens, als wahr empfinde. ich mische mich ein, weil aus meiner sicht unrecht passiert und benenne dies in anwesenheit der beteiligten und nun also auch hier. Ich missachte niemanden, ich streue keine- meine meinung unterstützende- krümelchen und gerüchte. Ich werde die 22 nicht besetzen und schreiend, an meinen haaren ziehend deklamieren, dass es mein recht sei dort zu wohnen. Blödsinn! stattdessen halte ich aus, übergriffig genannt zu werden in einer sache , die mich übergreifend beeinflusst. ich halte das ganz gut aus – auch mit dem bewusstsein, dass ich hier nicht die weisheit mit löffeln usw

    ok. ich warte und schaue mir das was es mir spiegelt, gern an.

    ich schaue mir gern das thema an, was auch! hieraus gerade erwächst:
    – wie wird mit entscheidungsträgern umgegangen, wie respektvoll werden auch ungemütliche (aber getroffene) entscheidungen hingenommen oder zum zerflücken hergenommen..
    – ich schaue mir auch gern die kultur des abschiednehmens an.
    – ich schaue mir aber eben auch an, dass ich alle gründe die bezüglich des sozialen friedens willen und der nützlichkeit der beteiligten genannt wurden- „schmerzhaft“ finde.

    ich bin zu weit entfernt als das ich genau wissen könnte was es für die stiftung bedeutet hat mir zu sagen, dass sie wegen den eben genannten gründen, diese entscheidung so getroffen haben.
    ja, bestimmt haben alle entscheidungsträgerInnen es sich nicht leicht gemacht. glaub ich wirklich gerne.

    Und es ist nicht in ordnung für mich, wie dies gerade läuft/ gelaufen ist.

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