Liebe Mitglieder, lieber Vorstand,
heute möchten wir euch berichten, wie es uns gerade im Wil- Team mit unserer Aufgabe geht und euch gleichzeitig um Unterstützung bitten.
Seit knapp 1,5 Jahren sind wir ziemlich knapp besetzt, zwischendurch sogar nur zu zweit. Zur Zeit sind Helga, Claudia, Rashida (unterstützt auf Reisen) und ich im Team.
Wir finden, dass ist viel zu wenig, vor allem weil es um ein so wichtiges Thema geht, nämlich wer kann hier mit uns leben.
Bitten um personelle Unterstützung wurden bisher leider nicht erhört. Dafür gab es aber in letzter Zeit häufig kritische Stimmen zu unserem Vorgehen (oft leider nicht direkt an uns). Vorschläge zur Veränderung sind allerdings dann so divers, wie die Menschen die hier leben (die einen möchten viel mehr Regeln, andere gar keine etc.) und in diesem Spannungsfeld dass sich weiter spannt, fühlen wir uns immer unwohler. Leider passiert es im Lebensgarten häufig, dass Menschen in ihren Rollen nicht gesehen und wertgeschätzt werden (in unserer Rolle versuchen wir mit Blick aufs Ganze zu entscheiden und nicht nach unseren persönlichen Vorlieben) und dann häufig privat- mal nett, aber auch mal weniger nett angesprochen werden.
Dazu kommt, dass wir seit einiger Zeit bemerken, dass wir im Lebensgarten immer mehr Menschen werden – sowohl Mitglieder, als auch Nichtmitglieder und dass es immer schwieriger wird, den Menschen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ja, früher hat sich das häufig von selbst geregelt, doch seit ein paar Jahren platzen wir aus allen Nähten.
Für uns ist es sehr frustrierend, das heißt dass wir oft interessanten Menschen absagen müssen, die vielleicht gut zu uns passen und sich einbringen möchten.
Das heißt auch, dass wenn es Wohnraum zu vergeben gibt, ein hochemotionaler Prozess, den wir begleiten und halten, in Gang kommt, stets mit dem Wissen, dass wir einfach zu wenig Wohnraum für alle Menschen die sich hier aufhalten haben.
Unser Vorgehen bisher war, dass Menschen die sich in Annäherung befinden, also den Wunsch haben Lebensgartenmitglied zu werden, sich hier oder in der Nähe Wohnraum suchen, um aktiv am Gemeinschaftsleben teilnehmen zu können. Wichtig für uns ist dabei gewesen, dass es sich um eine „sichere/feste“ Wohnmöglichkeit handelt, um uns und der Gemeinschaft nicht noch mehr sozialen Druck aufzuladen.
Zudem vertreten wir die Ansicht, dass Menschen die schon Mitglieder sind- also Menschen, die ganz klar „Ja“ gesagt haben und sich räumlich verändern wollen (z.B. Trennung, neue Partnerschaft, verkleinern, vergrößern etc), ganz klar erstmal Vorrang vor Menschen haben, die hier gerade ankommen und noch gar nicht orientiert sind.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist es so, dass 3 Menschen ohne festen Wohnsitz hier oder in der nahen Umgebung, Mitglieder werden möchten. Eine jetzige Aufnahme würde bedeuten, dass wir damit den sozialen Druck weiter erhöhen, denn es ist völlig klar: Es gibt keinen Wohnraum! Dazu warten eine ganze Menge bestehender Vereinsmitglieder auf neuen Wohnraum!
Wir im Wil- Team haben für uns beschlossen, dass wir erstmal keine Mitgliedsanträge mehr bearbeiten möchten solange nicht klar ist, was wir als Gemeinschaft wollen und/ oder brauchen.
Wir fragen uns schon lange, wo die Reise hingehen soll und sind an dem Punkt angelangt an dem klar ist, dass wir diese Verantwortung nicht mehr allein übernehmen wollen. Es geht um unser aller zu Hause und Wohlergehen!
Wie wollen wir das in Zukunft gestalten?
Für die Menschen die gerade warten tut es uns sehr leid, dass es gerade sie betrifft. Wir möchten deutlich sagen, es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um das große Ganze. Ohne Zustimmung der Gemeinschaft können und wollen wir es nicht verantworten, weitere Mitglieder aufzunehmen.
Wir möchten gerne im ersten Schritt mit euch im Rahmen eines Kaminabends zu diesem Thema ins Gespräch kommen. Eure Standpunkte, Ideen hören und auch gerne Fragen zu unserer Arbeit beantworten. Auch möchten wir mit euch gemeinsam überlegen, wie wir weiter an diesem Thema im Gemeinschaftssinn arbeiten.
Unser Wunsch ist es, gemeinsam eine Beschlussvorlage für die MV zu erarbeiten (dafür wird es vermutlich mehr brauchen, als nur einen Austausch), damit die Gemeinschaft das ganze Procedere mitträgt.
Unsere Wunschvorstellung ist, dass wir gemeinsam überlegen was und wen wir auf lange Sicht in den Lebensgarten einladen möchten.
Folgende Punkte würden wir gerne thematisieren:
– wollen wir weiter wachsen- gibt es eine Obergrenze? Wann ist viel, zuviel?
– in letzter Zeit haben wir wieder viele Anfragen von Menschen im höheren Lebensalter – brauchen wir evtl. einen Aufnahmestopp für Personengruppen, um einer weiteren Überalterung vorzubeugen?
– nehmen wir Menschen auf, die keinen gesicherten Wohnraum haben und sich so der soziale Druck aller Wohnraumsuchenden erhöht? Denn natürlich möchten wir bestehenden Vereinsmitgliedern das Wohnen hier ermöglichen.
– wollen wir weiterhin einfach Menschen aufnehmen oder gezielt Menschen mit benötigten Fähigkeiten suchen, die sich auch im Verein (nicht nur im Dorfleben) einbringen möchten?
– die Hürde im Verein Mitglied zu werden ist sehr niedrig, braucht es da ein anderes Vorgehen?
– dürfen wir auch „Nein“ zu Menschen sagen? Wenn ja, was sind die Kriterien? Bräuchte es dafür eine größere diverse Gruppe, eine Art Gremium?
Zudem wünschen wir uns eine einheitliche Regelung:
– Menschen die früher hier gewohnt haben und wiederkommen; Wertschätzungspauschale ja oder nein?
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und wir hoffen, dass wir mit möglichst vielen Mitgliedern zu diesem Thema in Kontakt gehen können.
Der Termin für den Kaminabend ist Freitag der 15.11.2024 um 19.30 Uhr in der kulturküche
Liebe Grüße senden Helga, Rashida, Claudia K. und Danni fürs Wil- Team