Zu Angelas Mail Gemeinschaftswochenende

Vielen Dank Angela für die Offenlegung deiner Sorgen in Hinblick auf das finanziellen Problem unseres Vereins.

Auch ich habe mir  über mögliche Lösungen zu unserem Finanzproblem Gedanken gemacht. Soweit ich es verstanden habe, wurde oder wird bisher versucht das Problem dadurch zu lösen, die Mieteinnahmen von der Caia-akademie, die während der Corona-Pandemie reduziert worden sind, wieder auf das handelsübliche Niveau zu heben, um zumindest damit einen Anstieg der Defizite zu verhindern. Damals belief sich das Defizit auf  80 000 €, nun aber ist von 100 000€ die Rede, d.h. das Defizit ist um weitere 20 000 € gewachsen. Auch wenn die Großveranstaltungen der Caia-Akademie, die größere Mieteinnahmen für den Verein generieren sollen (so die Hoffnung) noch vor uns liegen, glaube ich nicht, das sich damit allein die Finanzprobleme des Vereins lösen lassen.

Das Bild vom Verein als ein Wesen, das unsere Zuwendung und Liebe braucht klingt schön, doch was der Verein wirklich braucht ist Geld und das nicht nur zum Ausgleich der Defizite, sondern darüber hinaus auch für die dringlichen Sanierung des Gemeinschaftsgebäudes.

Bisher habe ich nicht gewagt das Naheliegende vorzuschlagen, nach Angelas Bericht jedoch schon. Mein Vorschlag:

Jedes Vereinsmitglied zahlt einmalig einen noch zu ermittelnden Prozentsatz ihres/seines Jahreseinkommens minus die Jahresausgaben für Kaltmiete. Was hieße das für mich, wenn es 10% wären.

Meine Netto-Rente beträgt 889,87€/Monat bzw. 10 678,44€/Jahr.

Da ich keine Miete zahlen muss gibt es da auch nichts abzuziehen.

Mein Beitrag zum Ausgleich des Defizites betrüge dann 1068 €, also durchaus machbar. Wenn 100 Vereinsmitglieder ein ebenso hohes Nettoeinkommen hätten, wäre das Defizit ausgeglichen.

Um einen realistischen Prozentsatz zu ermitteln, wäre es erforderlich die Jahresnettoeinnahmen (abzüglich der Jahresmietkosten) aller Vereinsmitglieder zu addieren, was eine Offenlegung der Einkommensverhältnisse erfordert. Angenommen wir wären dazu bereit und die Summe alle Jahresnettoeinnahmen  betrüge 2 000 000 €/Jahr, dann wären 5% hinreichend, um das gegenwärtige Defizit auszugleichen. Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass wir diesen Weg einschlagen, wenn ich mich daran erinnere, dass in den Anfängen des Lebensgartens Vorschläge zur sozialen Staffelung der Mitgliedsbeiträge keine Chance hatten.  Aber vielleicht hat sich das ja geändert. Ich fürchte eher, dass wir als Gemeinschaft nicht wollen, dass  Zuwendung und Liebe auch etwas kostet. Oder?

5 Kommentare zu „Zu Angelas Mail Gemeinschaftswochenende“

  1. Natürlich ist mein obiger Vorschlag arg verkürzt, denn der Anteil der Einkünfte die das Existenzminimum sichern, solten nicht berücksichtigt werden. Es braucht also auch Freibeträge, die z.B. bei Familien mit Kindern höher sein müssen. Eine Möglichkeit wäre, dass wir uns dabei an den Berechnungsschlüssel des Bürgergeldes orientieren. Zudem möchte ich daran erinnern, dass z.B. der Ausbau der Kulturküche ehrenamtlich erfolgte (wie Verlegung der Elektrik, Aufarbeitung der damaligen Fenster, Aufbau eines zeiten Schornsteinabzugs, Bau der Außentreppe und Aufbau der Bühnentechnik) und die erforderlichen Materialkosten nur teilweise vom Verein finanziert wurden. Es fielen also keine Arbeitskosten für Handwerker an. Auch die erste Renovierung des Heilehauses und der Ausbau der Kindergruppenräume wurden großteils ehrenamtlich durchgeführt.

  2. Mit diesem Vorschlag ist es nicht getan. Wichtig ist ja, selbst wenn das Defizit einmal abgedeckt werden würde, wie in Zukunft so gewirtschaftet wird, dass Defizite vermieden werden. Es wäre Aufgabe eines Finanzteams, sich hierüber Gedanken zu machen und Vorschläge zu unterbreiten. Leider verfügen wir über kein kompetentes Finanzteam, und inwieweit der „neue Mann“, den Caia vermittelt hat, über derartige Kompetenzen verfügt, kann ich nicht beurteilen. Es wäre ja wünschenswert, wenn er einen Plan dazu vorlegen würde.

    • Du hast völlig recht was das defizitfreie wirtschaften angeht, ich glaube aber nicht, dass wir dabei soviel Gewinne erwirtschaften um das Defizit zu kompensieren, wenn wir als gemeinnütziger Verein überhaupt Gewinne erwirtschaften dürfen.

  3. Moin, nicht das Lebensgartenwesen (wie in Angelas Mail beschrieben) braucht unsere Zuwendung, sondern der Verein. Das Lebensgartenwesen lebt auch ohne den Verein weiter. Genau wie Mutter Erde ohne Menschen.
    Hier braucht es ein Offenlegung der Defizite. Früher war immer der Seminarbetrieb das Problem, welcher im letzten Jahr vor seiner Schließung das Defizit von minus 80.000€ auf plus 18.000€ (Zahlen aus der Erinnerung) gewandelt hat. Leider hat dies meiner Meinung nach nicht wirklich die nötige Beachtung gefunden. Hauptsache war den lästigen Schuldner weg zu bekommen. Aber das ist jetzt vorbei und dennoch bleiben Defizite in ähnlicher Höhe. Meine Frage ist, wem wir gegenüber die ca. 100.000€ (ist das überhaupt eine offizielle Zahl?) schuldig sind. Ist das Minus tatsächlich in Form von Darlehen oder als negative Zahl auf den Bankkonten sichtbar?
    Jetzt als Lösung die Menschen mit Geld anzupumpen halte ich wie Entwicklungshilfe. Es gilt endlich die Probleme anzuschauen und nicht mit Geld zu kaschieren. Als steuerzahlender Mensch unterstütze ich den Sozialstaat und somit hilfsbedürftige Menschen gerne. Aber Systeme mit menschgemachten Problemen unterstütze ich nicht mehr.
    Ich möchte nur daran erinnern, daß wir damals die Beitragserhöhung beschlossen haben, um Rücklagen für die Dachsanierung zu haben. Was ist damit?
    Schöne Pfingsten noch!

    • Ich finde Deine Frage nach den Gläubigern wichtig und dass wir zukünftig ohne weitere Schulden wirtschaften ist logischerweise notwendig. Mir geht es mit meinen Überlegungen auch nicht um’s Kaschieren, sondern wie wir gemeinsam schuldenfrei werden können ohne z.B. Familien mit einem Einkommen, das lediglich ihre Existenz sichert dabei nicht übermäßig zu belasten. Das hat nichts mit Almosen oder Entwicklungshilfe zu tun, sondern ist ein Akt der Solidarität von uns als Vereinsmitglieder.

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