Was wäre wenn? Vereinsfrage

Liebe Gemeinde,

nach mehr als zehn Jahren hier im Lebensgarten wage ich mich ein Gedankenspiel zu starten, damit ich einen Einblick bekomme, ob ich dieses Thema weiter verfolgen will.

Ich lade alle ein, mit mir hier folgende Fragen durchzuspielen:

Welchen Nachteil hätte*n ich/wir, wenn es den VEREIN Lebensgarten nicht mehr geben würde? (Verein, nicht Gemeinschaft, „Ökodorf“, etc.)

Anders herum wäre auch die Frage:

Welchen Vorteil hätte*n ich/wir , wenn es den Verein nicht mehr gäbe?

Ich freue mich, wenn wir gemeinsam diesen Fragen hier in den Kommentaren Raum geben. Danke!

Es grüßt der nachdenkliche

Steff

32 Kommentare zu „Was wäre wenn? Vereinsfrage“

  1. Holla, was für eine brisante Frage!
    Ich suche dolle nach Vorteilen und habe Schwierigkeiten sie zu benennen. Zumal, wenn wir monatlich unsere Beiträge frei zur Verfügung hätten, könnten wir viele Räume anmieten für unsere Aktivitäten.
    Es würden völlig neue Optionen aufkommen, anderes Engagement vielleicht?
    Irgendwie komme ich mir komisch, fast verräterisch vor, gedanklich unsere Gemeinschaft ohne rechtliche Struktur mal zuzulassen. Was wickeln wir denn „nach außen“ über den Verein ab?

  2. Wir könnten uns vom Hauptgebäude „befreien“ mit dem wir als Verein überfordert sind. Dieses brauchen wir ja seit Abgabe des Seminarbetriebes nicht wirklich. Es trägt sich durch Vermietung und Verpachtung nicht selber, was man an der stets wiederkehrenden Frage der Finanzierung der Dachdeckung vermuten kann.
    Alle Mitglieder, die es nutzen, könnten ihre eingesparten Beiträge für das Anmieten der Räume einsetzen und vielleicht noch was über haben?
    Bitte um Korrektur,wenn ich da falsch liege.

  3. Es bräuchte keine aufreibende Vorstandsarbeit mehr. Es müssten nicht händeringend Menschen gefunden werden, die sich für das Amt des Vorstandes in die Schusslinie begeben um danach sagen zu müssen „nie wieder“.

  4. Da spinne ich mal weiter. Ich mag mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn das Haupthaus an auswärtige Firmen/Veranstalter vermietet werden würde/müsste. Feierlichkeiten mit grölenden Alkoholisierten?? 😀

    • Dies ließe sich ja regeln, wenn das Haupthaus zur Stiftung gehen würde. Die Pächtererin, nämlich die Academie, bleibt ja die selbe. Da sehe ich nicht mehr grölende Alkoholisierte wie sonst auch.

    • Die können die Räume auch heute schon mieten. Wir sind für solche Menschen wohl nicht so attraktiv und daran muss sich ja auch nix ändern, oder?

  5. Wie würde „der Raum“ genutzt werden, wenn wir keinen Verein hätten, wenn wir da was Neues schaffen würden? Entstünde dann vielleicht ein Konstrukt, das unseren heutigen Fähigkeiten mehr entspräche? Miriam hatte mal die Idee, feierlich auf einer MV die Satzung zu verbrennen. Nicht als stumpfe Provokation, sondern als Aufforderung, eine neue heute zu uns passende Satzung neu zu schreiben. Etwas ähnliches steckt hinter der Idee den Verein aufzulösen. Steht das rechtliche Konstrukt der Bildung/Entwicklung unserer Gemeinschaft gar im Wege? Passt die Idee des Anfängergeistes hierher?

    • Vielleicht wären wir einfach auch nur Gemeinschaft. Selbst wenn nur soviel laufen würde wie jetzt schon, hätten wir da keine Verluste. Ich sehe da aber mehr Potential für Gemeinschaft ohne zwingendes Korsett.

  6. Wir haben so viele Menschen hier, die sich wesentlich einbringen wollen, denen das Wohl unserer Gesellschaft oder gar der Welt wichtig ist. Ohne den Lebensgarten hätten die hier nicht zusammengefunden. Fühlen die sich durch den Verein unterstützt? Welches Selbstverständnis hat diese Rechtsperson? Mit welchen wirklich wichtigen Themen beschäftigt sich „der Verein“? …Fragen können wie Küsse schmecken…

  7. Einfache Frage: Was bekomme ich als Lebensgärtner für 60€ Beitrag im Monat?
    Und diese Frage darf ich mir stellen, denn wenn ich in einem Verein bin, verfolge ich auch Interessen, die mir und den anderen nutzten.
    Mein Lieblingsbeispiel Verein für alte Landmaschinen. Da ist mir das Vereinsziel vollkommen klar. Da kann ich von provitieren, da macht ein Verein in meinen Augen Sinn.
    Kurz gesagt: Ich sehe unsere Vereinsziele nicht bzw. nicht umgesetzt.
    Braucht es einen Verein um eine Gemeinschaft zu bilden bzw. zu halten?

  8. Danke Steff, dass du die Initiative ergriffen hast

    Wie wäre es, wenn wir uns zu diesem Thema persönlich treffen? Würde mir besser gefallen.
    Ich persönlich möchte kein Dorfplenum zu diesem Thema – ich mag einen direkten Austausch, auch mit Auseinandersetzungen, lieber. Deshalb bevorzuge ich ein Sonder-MV.
    Wäre dies auch in deinem Sinne?

  9. Eine Sonder MV zu diesem Thema wäre auch ganz in meinem Sinne. Das Thema beschäftigt mich nämlich auch schon eine ganze Weile.

  10. Liebe Menschen!
    Bitte nicht in regelmäßigen Abständen das immergleiche Thema diskutieren! In Laras Protokoll vom Dorfplenum mit 71 Personen stehen (fast) alle Für und Wider hinsichtlich des Vereins.
    Sollte es dazu jetzt eine Sonder-MV geben, schlage ich vor, „Nägel mit Köpfen“ zu machen:
    Ich stelle daher den Antrag für diese Sonder-MV auf Auflösung des Vereins „Lebensgarten Steyerberg e.V.“.
    Beste Grüße
    Robert

    • Wir müssen die Sonder MV ja nicht sofort machen.
      Ich kann mir gut vorstellen, daß manche Menschen mit einer kurzfristigen Entscheidung überfordert sind.
      Mein Vorschlag wäre deshalb, die Sonder MV vielleicht nach der Sommerpause abzuhalten. Allerdings den Termin jetzt schon festlegen. Dann haben alle noch genügend Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Dann aber Nägel mit Köpfen und nicht auf der MV erst feststellen, daß nicht genug Zeit für eine Entscheidung da war.

  11. Selbstmord ist naürlich immer eine todsichere Möglichkeit, eine Identitätskrise zu lösen.

    Dass jedenfalls nach dem Wegfall unseres gemeinsamen Kümmerpatienten Seminarbetrieb und der durchaus identitätsstiftenden Corona-Zeit – zwar in Lager gespalten, dafür aber um so überzeugter – so eine Phase der Leere auftreten würde, verwundert nicht.

    Wie wäre es denn, wenn wir uns nach diesen mehr oder weniger schwierigen Erfahrungen gemeinsam auf die Suche machten nach dem, was uns verbindet, wo wir miteinander hin wollen und wie wir mit diesen Ideen unsere gemeinsamen Räume wieder mit Leben füllen können?

    Diese Räume jedenfalls einfach an die Stiftung „abwimmeln“ zu wollen, wäre definitiv zu kurz gesprungen. Wenn die Stiftung das Haupthaus unterhalten müsste, müsste sie das u.a. über die Mieten der Häuser finanzieren. Damit lägen die Mieten ungefähr da, wo sie bei den privaten Vermietern auch liegen und die Differenz entspricht in etwa dem Vereinsbeitrag.

    • Danke Joos, endlich mal eine befürwortende Antwort.
      Wir haben damals den SB auch ziehen lassen, nachdem sich sehr viele MVs nur um dieses Thema ging.
      Ich sehe da keinen Selbstmord. Ich sehe ein totes Pferd, was geritten wird.
      Wenn die Erhaltung des Haupthauses der einzige Grund ist, den Verein am laufen zu halten, finde ich das bedenklich. Wenn es andere Gründe gibt freue ich mich, wenn sich dazu jemand zu Wort meldet. Diese Stimmen sind aber noch zögerlich. Warum eigentlich?
      Um das klar zu stellen. Ich will überzeugt werden.

      • Selbstmord als Ausweg aus der Identitätskrise! Der ist gut 🙂
        Aber keiner will die Gemeinschaft killen.
        Auch ich sehne mich nach guten Argumenten für den Verein. Danke Joos für den ersten Sprung. Gleichzeitig bin ich bei Steff.
        Eventuell ist das Geld bei der Stiftung besser aufgehoben als im Verein? Wir dürfen ein paarmal im Monat Räume nutzen und überweisen unsere Beiträge in Zukunft an Paradies Now. Gibt es da gute Gegenargumente?

        Und eine neue, gemeinsame Ausrichtung finden ist klasse, da bin ich dabei. Das fange ich gerade im Kleinen an. Den Verein bevorraten wir, um ihn dann eventuell dafür zu nutzen?

        Wer bringt die Energie auf, um unseren dümpelnden Lebensgarten-Tanker wieder in Bewegung und in Fahrt zu bringen?

        …und auch ich will sehr gerne überzeugt werden, da komme ich wieder auf Steff zurück.

      • @ Steff
        Was soll daran „bedenklich“ sein?
        Das Haupthaus war von Anfang an Teil des ganzen Konstrukts. Ich sehe ALLE Gebäude auf dem Gelände als einen zusammengehörenden Organismus. Das ist das (nicht einfache) Erbe, für das alle am Ort Lebenden selbstverständlich Mitverantwortung tragen. Da kann man nicht einzelne Elemente aussondern, wenn sie unpraktisch, nutzlos, nur als Bürde erscheinen und als alleiniger Maßstab nur noch die Bilanz aus Kosten/Nutzen gelten soll.
        Ich finde eher solche separatistischen Tendenzen „sehr bedenklich“.
        Das macht mich traurig!

  12. Ich bemühe mich gerade zu verstehen, was hier abgeht. Auf meinem Weg in die Gemeinschaft ist mir eines begegnet: es ist überall, wo ich war, selbstverständlich, dass finanziell und durch persönliches Mitwirken gemeinsam Verantwortung übernommen wird. Für die Gebäude, das Gelände, die vielfältigen Aufgaben der Selbstverwaltung. Das ist hier leider nicht so, es wird um Stunden und Geld gefeilscht. Es ist nicht klar, dass jede*r langfristige Bewohner*in hier einen Beitrag leisten muss usw.
    Der Verein ist für mich eine Rechtsform, die uns nach außen vertreten kann und die innen die Selbstverwaltung mit steuert, Überblick über Finanzen hat usw. Der uns allen aber keine Verantwortung abnehmen kann.
    Ein Abschaffen des Vereins ist keine Lösung
    Ina

    • Danke Ina!
      Ich mag zwei Punkte näher beleuchten: Was genau wird nach außen vertreten,
      – welche Weltanschauung, welche Vision und in welcher Form ist das in den letzten Jahren (vielleicht sogar proaktiv) gelebt worden
      -wohin steuert unsere Verwaltung? Ich freue mich, wenn ich eine Ausrichtung und bewusste Zielsetzung gezeigt bekommen kann, da ich sie schon eine weile nicht mehr erkennen kann.

      Ich freue mich, wenn wir eine bessere Lösung finden können und statt dem Abschaffen des Vereins ein neuer Sinn gefunden wird.

      Im Moment erstaunt mich, dass bisher inhaltliche Gründe für den Erhalt des Vereins nicht gekommen sind.

  13. Gut finde ich an dem Anstoss, uns endlich mal Zeit zu nehmen, zu den Fragen: wohin wollen wir, was verbindetuns, als Verein und mit den anderen Projekten hier am Platz. (Lange Zeit gab es zu diesem Wunsch von einzelnen ja viel Wiederstand.) Ich wünsche mir dafür einen gemeinsamen Raum und Austausch. Internet ist für mich nicht das passende Medium um eine so vielschichtiges Thema anzugehen. .
    Für mich ist es klar ein Thema für ein Gemeinschaftswochenende ( und wäre von eine Gruppe vorzubereiten.) Es kann gern auch das kommende Gemeinschaftswochenende sein, welches das Sozialteam gerade als open Space vorbereitet. Muss aber nicht. Inhaltlich äußere ich mich hier nicht.

  14. Suchen wir vielleicht alle das EINE, Einssein mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen, mit der Natur, mit den Tieren und mit dem großen Ganzen? Sehnen wir uns nach was ganz Großem, man kann es als LIEBE bezeichnen, nicht die Liebe, die hoffentlich schon viele erfahren, zum Partner, zu den Kindern, …, sondern die Liebe der Verschmelzung mit Allem was es gibt, gab und geben wird?
    Wollen wir vielleicht berühren und berührt werden, von den Geschichten und dem Tun und Denken unserer Mitmenschen? Wollen wir uns im anderen erkennen und uns weiterentwickeln?

    Mit diesem gemeinsamen Ziel liegen unsere Schwerpunkte vielleicht unterschiedlich, bei den einen mehr ölologisch, bei anderen mehr spirituell, bei einigen ist es mehr die Heilung, oder trifft dieser Punkt vielleicht doch wieder für alle zu.
    Ich glaube jedenfalls, dass der Lebensgarten ein Heilungsort ist. Ein Heilungsort für uns selbst, für andere und für die Umwelt.

  15. ich sehe, dass der Verein ein Rahmen ist, in dem in den vergangen Jahren viele tolle Projekte keimen und dann selbstständig konnten. Inwieweit die Organisationsform des Veriens und Mitgliederversammlung als DER Ort an dem die wesentlichen Entscheidungen gefällt werden noch passt, beschäftigt mich schon einige Jahre. Bin immer noc h dabei, da ich es grundsätzlich sehr wichtig finde einen Rahmen zu haben!
    Mich hat die Organisationsform, die ich bei einer anderen Gemeinschafft mal mitbekommen habe immer wieder sehr angesprochen.
    Dort wird unterschieden zwischen Entscheidungen, die von allen gefällt werden können. Entscheidungen, die wesentliche Finanzen, Gebäude etc. betreffen werden von einer Gruppe Menschen, die schon sehr lange dabei sind und auch finaziell beteiligt sind getroffen.
    Finde es auch ein Thema für ein Gemeinschaftswe und Forum über einen längeren Zeitraum

  16. Hallo zusammen,

    mein Eindruck bei der Existenzfrage des Vereins ist, dass es eine rationale und eine emotionale Ebene gibt. Hilfreich scheint mir beide Räume zu erforschen, denn aus und in beiden Räumen entsteht unterschiedliches Handeln.
    Ob uns (wer immer das jeweils ist) das erforderliche Handeln entspricht ist auch eine schmerzhafte Frage, denn die Zugehörigkeit gerät ins Wanken.

    „Organisationsstruktur Verein“ ist nicht selbstverständlich das gleiche wie „Organismus Gemeinschaft“. Neue/alte Inhalte, Strukturen und Formen in der Gemeinschaft zu bewegen und zu überprüfen halte ich immer wieder für sehr gut, da sie sich heilsam auswirken.

    Der Anstoß der Existenzfrage des Vereins ist aufreizend, mutig und auch provokativ. Das Format Infogarten könnte daran explodieren. Denn reden und schreiben können wir alle gut. 🙂 Aber haben unsere Erkenntnisse, Einsichten, Gefühle soviel Kraft, dass der Organismus WIR was grundlegend ändert oder anpasst ? Ist das WIR unserer Gemeinschaft überhaupt stark genug?

    Die Frage ob ich mich zugehörig fühle zum Verein habe ich mich schon oft gefragt und unterschiedliche Antworten gefunden, je nach Situation. Die Frage nach der Zugehörigkeit des Organismus Gemeinschaft konnte ich immer mit einem klaren Ja beantwortet. Dabei war/ist die Überprüfung nach meinem persönlichen WIR, seinen Inhalten und seiner Dynamik wesentlich.

    Die eigentliche Frage liegt sichtbar verborgen vor uns in der scheinbaren Eingangsfrage: Wer, was, wie ist der Organismus Gemeinschaft und was möchte sie strukturieren und welches Gefäß passt dafür und fühlt sich auch noch herzlich gut an?

    Herzliche Grüße

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