unsere Verbundenheit stärken

Zum fünften Mal kam die Wandel-Gruppe zusammen, um sich intensiv und in einem geschützten Rahmen der Frage zu widmen, wie wir aus unseren eigenen Kraftquellen Verbundheit schöpfen können.

Zur Einstimmung paßte super dieses indianische Lied:

Blessed we are to walk on this ground

With the rhythm of saints to carry the sound

We hold a prayer for the earth, for the ones yet to come

May You walk in beauty and remember Your song

Remember why You came here, remember Your life is sacred . . .

Danach kreiste der Sprechstab in der Tradition des „Circle Way“ nach Manitonquat in einer ausführlichen Befindlichkeits-Runde. Für einige der Teilnehmenden ist der Wandelkreis so wichtig geworden, dass sie sich trotz vielfacher Belastungen zum Dabeisein entschieden haben.

Um enger miteinander in Kontakt zu kommen, begegneten sich mehrmals immer wieder neue Paare. Bei jedem dieser Zweier-Treffen wurde die gegenseitige Wahrnehmung feiner und tiefer.

Nun wurden feste Paare gebildet, die sich intensiv mit zwei Fragen beschäftigten:

(a) Ein magischer Platz für mich als Kind war (oder ist) . . .

Alle erlebten sich wie in einer Art von Zeitsprung zurück in das Alter zwischen 6 und 10 Jahren versetzt. Tiefste Erinnerungen lebten auf und wurden seit langer Zeit erstmals wieder einer*m gebannt Zuhörenden mitgeteilt. Spontan begleiteten Schmerz- wie Lachtränen diesen tiefen gegenseitigen Prozess. Einigen war es nicht möglich, sich auch nur an einen einzigen derartigen Ort in ihrer Kindheit zu erinnern.

Für mehrere spielten Verstecke in der Natur, auf, unter und zwischen Bäumen oder auch hohem Buschwerk eine wichtige Rolle. In einem Fall war der magische Platz das winzige Badezimmer, in dem der scheinbar simple Schluck fließenden Wassers aus dem Hahn eine zunehmende Ahnung von der Existenz anderer Welten hervorrief.

(b) Ein magischer Platz für mich im Lebensgarten ist . . .

Jetzt ging es darum, als erwachsene Person einen Ort im Lebensgarten oder der näheren Umgebung zu beschreiben, der sich ähnlich anfühlt wie der magische Platz aus der eigenen Kindheit.

Manche konnten konkret erzählen, wie solche Plätze aufgetaucht sind, seitdem sie hier wohnen. Andere sprachen von einem Ruf oder einer Anziehung, die vom Lebensgarten ausgegangen war und dem sie irgendwie folgen mußten. Für die meisten gibt es hier nicht den einen magischen Ort in der Landschaft, sondern mehrere, die manche wie ein selbst gewirktes Netz der Verbundenheit erleben. Dies reichte vom einfachst konstruierten Sitz am Stall mit Blick auf die friedlich grasenden Alpacas über das hingebungsvolle Hegen und Gestalten im Garten, der Sicherheit des Zusammenlebens als Hausgemeinschaft, bis hin zur Entdeckung einer ungeahnten Überraschung: eines kleinen Wasserfalls in der Weser nicht all zu weit entfernt.

Im Unterschied zur Kindheit waren magische Momente wesentlich häufiger an intensive und wohltuende Erlebnisse mit Menschen gebunden. Durch die Art der Fragestellung waren dies ausnahmslos Personen, die hier vor Ort leben. So konnte eine wunderbare Fülle sichtbar werden an verbindeneden Zusammenkünften wie z. B. bei der Gartengruppe, der monatlichen Dorfverschönerung, dem Ulmentanz zu jedem Vollmond, den Kreistänzen auf dem Dorfplatz, verschiedenen ZOOM-Konferenzen u.v.a.m.

In der sich anschließenden Essenzrunde wurde sowohl die Sanftheit als auch die Intensität der Übungen hervorgehoben, wodurch so Manches an inneren Prozessen sich lösen und in Bewegung geraten konnte.

Um dem Energiehaushalt der Versammelten Rechnung zu tragen, folgte eine Frage-Runde zum persönlichen „Batterie-Ladungszustand“ . In dieser wurde deutlich, dass sich die Mehrheit nun einen sanften Ausklang wünschte. Eine Teilnehmerin beschrieb sich als energetisiert und ruhebedürftig zugleich.

Den Abschluss bildete eine längere Zeit in Stille und Verbundenheit. Wer mochte, spürte dabei in die jeweiligen magischen Plätze im und am Lebensgarten hinein. Eine wohlige Ruhe in Verbundenheit breitete sich aus. Schließlich wurde ein Call-and-Response Lied angestimmt:

Open Your heart and let it overflow – let it overflow with Love

Zum Ausklang gab es wie immer ein gemeinsames leckeres Buffet mit intensiven persönlichen „Tischgesprächen“.

Dabei tauchte die Frage auf, wie eine Teilnahme von Eltern und Kindern am Wandelkreis gemeinsam möglich gemacht werden könnte. Wir stellten fest, dass dies Thema mehr Raum braucht und werden es wieder aufnehmen.

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