Erweitertes Zukunftsteam: Neuausgestaltung einer Vison für die Nutzung des Gemeinschaftsgebäudes

Protokoll von:      Mittwoch, 24.06.2020

Moderation:         Cynthia, Lara

Teilnehmer*innen:    für das Zukunftsteam Cynthia, Gerold, Miriam, Samarpan (in Personalunion Stiftung Paradise… Now!), Christoph (in Personalunion Schule für Mediation), Joos; für die Nutzergruppen und Vertreter*innen: AVeV/T 36 (Lea), Choka Sangha (Jürgen), PaLS (Tim), Sozialteam (Lara), KuKü und Bühnenteam (Susanne/Rojin/Sylke), Spätlese (Petra V.) und freie kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzer (Manuel), LG-Akademie (Charlotte), Genossenschaft CAIA (Jannes).

Eingangsimpulse:

Jannes stellt CAIA (co-existence awareness-based intrinsic-motivated Association) vor. Idee einer Genossenschaft als Dachorganisation, in der die Synergien für alle Teilbereiche in Dienstleistungsfeldern wie z.B. Buchhaltung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Marketing und Verwaltung gesammelt werden können. Diese Vision, die auch in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Steyerberg („Vitale Dorfmitte“) realisiert werden soll, ist auf einen Entwicklungshorizont von 30 Jahren ausgelegt. Säulen der Entwicklung sind: Unternehmercampus, Außerschulischer Lernort (Alte Schule Deblinghausen), Lebensgarten-Akademie, Garten für sozialen Wandel (PaLs, Choka Sangha und PermaWald), Labor für nachhaltiges Bauen, Kunst und Kultur, Tourismus, (E-)Mobilität und Technikforschung. Tragende Grundidee ist eine umfassende Bewusstseinsforschung für den ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Wandel.

Charlotte stellt die Säulen einer zukünftigen Lebensgarten-Akademie (Arbeitstitel) vor. Diese fokussiert auf interdisziplinäre Erwachsenenbildung für den kulturellen Wandel. Dafür sollen vornehmlich eigene Konferenzen, Seminare und Workshops in den Themenbereichen Gesundheit, Bewegung, Selbstorganisation und New Work angeboten werden.

Samarpan und Joos skizzieren die Überlegungen der Stiftung Paradise… Now! zur Nutzung des Gemeinschaftsgebäudes und des Heilehauses. Dabei beziehen sie sich auf den Gründungsimpuls von Christian Benzin, der schon in seiner 1984 formulierten Gründungsidee einer Stiftung Phantasie und Toleranz den Wunsch nach einer sinn-, natur- und friedensbewussten Begegnungstätte  mit einer gute Vernetzung zum Umland sowie einer Synthese zwischen der Toleranz und Weltoffenheit des Stadtlebens und der Naturbezogenheit des Landlebens am Herzen lag. Dem Stiftungsvorstand geht es um eine Neubelebung des Gemeinschaftsgebäudes. Dort und nicht mehr in den Wohnhäusern  sehen sie der Schwerpunkt für die gemeinschaftliche Raumnutzung. Diese auf der Basis nachhaltiger Entwicklungen zu unterstützen, soll Schwerpunkt der zukünftigen Förderpraxis der Stiftung werden. Auch strebt sie an, das Heilehaus zukünftig direkt und nicht mehr über den Verein zu vermieten, um eine bessere und direktere Gebäudeverwaltung zu ermöglichen.

Rojin und Susanne erläutern das Konzept für die zukünftige Kulturarbeit. Leitidee ist es, „Bewusstsein durch Ästhetik“ zu schaffen. Dabei ist an die Entwicklung/Weiterführung von Kulturbühnen für die Region, eine Zusammenarbeit mit regionalen Kulturinitiativen wie dem Kulturimpuls Steyerberg und an Förderung von Künstler*innen durch Artist-Residency am Lebensgarten (Bauhofgelände) gedacht. Zentrale Ort können dabei die Kulturküche und die Bühne werden, aber drumherum sollen „Häfen“ für Kulturschaffende entstehen wie z.B. ein Atelier oder ein Tonstudio.

Was braucht eine lebendige Nutzungsvision aus der Sicht der Teilnehmer*innen? (Spiralgespräch, Antworten geclustert und zusammengefasst )

Raumnutzung

  • Allumfassende Bedürfnisanalyse
  • Raum für einen sozialen Treffpunkt, zentral und immer offen
  • Verfügbarkeit der Räume und günstige Raumnutzungsbedingungen für Lebensgärtner
  • Integration der Kinder, offene Räume für sie, Leben in der Bude
  • Thema „Essen für Gemeinschaft“ mitdenken
  • Orte und Situationen für sportliche Betätigung
  • Geschützte Räume für einzelne Menschen und Gemeinschaft z.B. Klausurwoche intern
  • Café und Kneipe als Begegnungsorte auch für Interessierte von außerhalb
  • Eisdiele

Organisation

  • Koordinationsstruktur für das Gemeinschaftsgebäude / Verbindung aller Projekte unter einem Dach
  • Visualisierung der Wünsche an die Gebäudenutzung
  • Übersicht über regelmäßige Veranstaltungen, um sie für neue Planungen zu berücksichtigen
  • Ressourcenanalyse zu Fähigkeiten im LG (online)
  • Mitdenken, wie Individuen im Gemeinschaftssystem ihren Platz finden können
  • Ansprechbare Leitung für Anliegen aus der Gemeisnchaft
  • Flexibilität für weitere Veränderungen / mit Freude „bessere Ideen“ integrieren
  • Grundmaximen: Emotionalität, Flexibilität, Agilität, Konsentprinzip, Humor
  • auf dem Weg zur Vision immer wieder Besinnung und Ruhe – anders machen!
  • gute Lösung mit Angestellten des SB, möglichst friedlich und harmonisch
  • Lösung für Work-Life-Balance in Gemeinschaft / Dynamik des Ausbrennens durchbrechen, gesorgt für alle

Kommunikation und Konfliktlösung

  • Konzept für Kommunikation und klare Ansprechpartner*innen
  • Raum für Austausch von Wissen und Erfahrung
  • Wertschätzung für Verantwortungsträger, die die Vision umsetzen, unabhängig davon, ob dies den eigenen Interessen entspricht
  • sachliche Diskussion und Entscheidungen
  • Konflikte werden sichtbar gemacht, binden sonst Energie
  • Angstfreies Agieren für Mandatsträger
  • Konfliktbearbeitungsinstanz

Gemeinschaft

  • Integration und Anerkennung der Älteren / Elder-Rat ohne exekutive Funktionen
  • Wertschätzung für Gründer*innen und Fixierung dessen (Fotos, Veranstaltungen)
  • Wertschätzender Blick auf bestehende Organisationen und deren Beitrag
  • Stärkung des Sozialteams
  • Satzung überprüfen, ggf. erneuern
  • Entscheidung, ob Soziokratie oder … / bewusster Abschied von Basisdemokratie hin zu Rollenvertrauen und -akzeptanz
  • Klarheit, wie neuen Menschen gegenübergetreten wird (wenn sie z.B. viel machen, aber nicht im Verein sind) / Klarheit, Übersichtlichkeit und Umsetzungskraft für Klärung der Zugehörigkeit (inkl. bei psychischen Erkrankungen)
  • Gemeinschaft als Ort mit einer Vision/Hauptthema; Einsammeln loser Ende zu Einem
  • Institution für Psychohygiene
  • Mut zur Auflösung alter Privilegien, Strukturen, Vereinbarungen
  • Verein weiterhin finanziell gut aufgestellt
  • Umgang mit anderen Wesen erforschen / mit Tieren einbeziehen
  • Blick auf die Geschichte (NS) und was entstanden ist; Kontakt Martin Guse
  • Theatergruppe in Permanenz, offen für Kinder und Erwachsene
  • gemeinsame Identifikation mit dem Ergebnis: ja, das sind wir! Begeisterung und Wohlwollen

Wünsche, Haltungen und Werte

  • spirituelle Aktivitäten sichtbar werden lassen und integrieren / Weisheit und Anbindung an Größeres hat Stellenwert in Gefüge und Entscheidungsfindung
  • Mitgefühl und tiefes Verstehen als Leitwerte / mehr und mehr aus Liebe handeln
  • umfassendes achtsames ästhetisches Behandeln unserer Ressourcen; Wechsel von Benutzen/Gebrauchen zu gestalten/Kreieren
  • mehr Verantwortung des Einzelnen für das Ganze
  • Wohlstand und Fülle generieren
  • vergemeinschaftetes Verständnis, dass Realität subjektiv ist
  • Wiederstände und Einwände als großen Geschenke betrachten
  • Bedürfnisse der anderen kennen – Vertrauen!!
  • Eigene Scheuklappen erkennen und frei werden
  • Ressourcen von Anfang an realistisch einschätzen / Bewusstsein für, was genug ist / Qualität vor Quantität
  • Unterstützung und Durchhaltevermögen
  • Ökologie und Nachhaltigkeit mehr als Alleinstellungsmerkmale in den Fokus nehmen / Neues wirklich ökologisch angehen (bauen, essen…) / Umfeld schaffen, in dem das auch (finanziell) möglich ist
  • Grundeinstellung der verantwortlichen statt unternehmerischen Denke
  • Verhältnis von Erschaffung und Fortführung klar überblicken
  • in 30 Jahren sind alle diese Wünsche in Erfüllung gegangen

Fazit: In der Arbeit an der Realisierung dieser Ideen zeichnen sich Umrisse einer synergetischen Nutzungsvision des Gemeinschaftsgebäudes im Rahmen eines heilen Ökosystems mit Strahlwirkung auf die Umgebung ab. Diese Vision kann helfen, neue Kraft für eine kooperative Nutzung des Gemeinschaftsgebäudes zu entwickeln und der Ausstrahlung des Lebensgartens neue Energie zu verleihen.

Nächster Schritt: Erhebung der konkreten Bedürfnisse bei den jeweiligen Nutzergruppen per e-Fragebogen, auszufüllen bis  30.6.2020.

Auswertungsergebnisse werden im erweiterten Team des Zukunftsprojektes präsentiert am

Samstag, den 4.7.2020, 10 – 12 Uhr, in der Galerie.

 

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