Liebe Lebensgärtner
Jüngste Eindrücke und Erlebnisse sind gerade dabei mich innerlich zu bewegen und ich mag euch daran teilhaben lassen.
Die Vorstellung demnächst acht Pflichtstunden ableisten zu müssen kann junge Familien sehr beängstigen. Mit ihren Kindern und Jobs sind diese oft schon sehr am Limit. Und mit diesen teils sehr fordernden Lebenssituationen oft auf sich alleine gestellt – auch hier im Lebensgarten. Mehrere junge Familien haben in der jüngsten Zeit bereits diesen Ort verlassen. Ganz ohne Pflichtstunden, ohne erhöhten Mitgliedsbeitrag, ohne Wertschätzungseinlage.
Ich möchte an dieser Stelle den Blick auf diese Familien lenken (und jene, die noch kommen könnten), weil die jüngsten Entscheidungen auf den MV’s ohne ihre Stimmen stattgefunden haben. Warum dies so ist, was das über diese Familien aussagt oder gar über den Lebensgarten, darüber möchte ich an dieser Stelle kein Urteil fällen, traue es mir mit meinem Wissen über den Lebensgarten und meinen bisherigen Erfahrungen auch nicht zu. Ich möchte lediglich die Aufmerksamkeit ein wenig zu ihnen lenken.
Ich habe in den letzten Tagen mitbekommen, dass diese neuen Beschlüsse bei jungen Familien ein Gefühl der Überforderung auslösen können, so stark, dass gefühlt nur die Option des Wegziehens bleibt.
Auf der letzten MV wurde bereits erwähnt, dass es bei der Wertschätzungseinlage für neue Familien eine gesonderte Regelung brauche. Ich möchte in dieser Ausarbeitungszeit des neuen Finanzpaketes das Bewusstsein dafür öffnen, dass auch Familien, welche bereits im Lebensgarten leben eine solche gesonderte Regelung gebrauchen könnten. Und dafür, dass Mitglieder des Lebensgartens auch fern eines finanziellen Ausgleichs etwas sehr Bereicherndes für diesen Ort zu geben haben.
Wenn wir dies aus den Augen verlieren, dann leben wir hier bald mit einem (funktionierenden) Seminarbetrieb und einer Menge Mitfünfziger Tendenz steigend – aber ohne die Energie und das Herz von spielenden Kindern und ihrer Eltern.
Ich bitte darum meine Worte als Impuls zu verstehen, als Denkanstoß in dieser Zeit von Wandel und Veränderung.
Maurice
Lieber Maurice,
diese Pflichstunden sind mit einem Arbeitseinsatz im Monat schon erledigt und der Lebensgarten ist für alle schön und einladend.
Alleine dafür lohnt es sich schon, Einsatz zu zeigen und erhöht das Gemeinschaftsgefühl.
Und dies sagt dir ein Familienvater, der hier selbstständig arbeitet und weiß, was es bedeutet seine Zeit aus den Rippen zu leiern.
Und das Familien weggezogen sind, ohne Erhöhung des Ganzen, liegt nicht unbedingt an Pflichstunden etc., sondern unter anderem daran, daß die grundsätzliche Lebensgrundlage nicht gegeben ist. Dies ist aber aus meiner Sicht nicht das Problem des Lebensgartens. Dies muss jede Familie im Vorfeld für sich klären, ob sie hier über die Runden kommt. Gemeinschaft hin oder her.
Caitanya, Familienvater, Mitfünfziger und jemand, der sich um funktionierende Strukturen in Verein und Seminarbetrieb bemüht, stimmt Stefan – vielleicht erstmalig in der Geschichte des Infogartens – 100% zu.
Was nützt uns eine familienfreundliche Atmosphäre, wenn keine funktionierenden Strukturen die Basis bilden? Und sollte nicht jedeR Erwachsene seinen Teil daran tragen?
Na, dann sollten wir darauf mal ein Bier trinken!