Hallo ihr Lieben:
Ich werde leider am Mittwoch nicht an der Sonder MV teilnehmen können. Ich möchte aber trotzdem hier eine Empfehlung gegen die Wahl eines neuen Finanzkreises abgeben und dafür aber eine andere wahrscheinlich funktionsfähigere, und aus gegebenen Anlass, wahrscheinlich wichtigere/praktischere Vorgehensweise vorschlagen.
Wir haben nicht die intern verfügbaren Finanzkompetenzen im Verein, und die Leute die diese haben (e.g. Katherina W., Katja, Heidi W., frühere Seminarrat, und auch Christian nicht, durch seinen Interessenskonflikt als Mitarbeiter/Leiter im Seminarbetrieb), stehen wahrscheinlich nicht zur Verfügung oder werden nicht von der Gemeinschaft in dieser Funktion akzeptiert. Die Liste der Aufgaben ist so lang, dass diese Aufgaben praktisch nicht machbar sind. Der Finanzkreis/team ist nicht dem Vorstand direkt unterstellt, der die rechtliche Pflicht zur Kontrolle der Finanzen des Vereins hat, sondern einem anderen Kreis. Er ist nicht mit genügend Handlungskompetenzen ausgestattet um seiner „Controlling“ Aufgabe, die die meisten Leute nicht wirklich richtig verstehen, gerecht zu werden.
Mein Vorschlag ist der folgende:
„Eine aussenstehende professionelle finanzkompetente Person, z.B. Fa. Hohaus, oder andere, übernimmt für die nächsten 12-24 Monate die Controlling Rolle im Verein, und untersteht direkt dem Vorstand. Controlling heist, dass diese Person überwacht dass mehr Geld in den Verein hineinkommt als raus geht, dass alle Ausgaben, einschliesslich Aufträge und Einstellungen von Personal, von dieser Person vorher individuell oder per Budget genehmigt werden, dass diese Person Weisungsbefugnis unser Buchhaltung gegenüber hat um sich Informationsklarheit zu schaffen, und um ggf. Zahlungen zu genehmigen/stoppen, und dass sie dem Vorstand Vorschläge zu notwendigen Kostenreduzierungen macht.“
Der Finanzkreis so wie er mit seinen Kompetenzen und Struktur im Verein vorgeschlagen ist, kann nicht funktionieren. Es ist die gleiche Struktur, wie vorher, und diese hat nicht funktioniert, was dem Verein in Kombination dem soziokratisch fundierten finanziellen management im Seminarbetrieb in den letzten 2-3 Jahren überschlagsmässig 100.000-150.000 EUR gekostet hat.
Eine kompetente Person, braucht nicht unbedingt viel Zeit, und muss insgesamt nicht unbedingt viel kosten, weil die Hauptaufgabe darin besteht Vorschläge andere zu bewerten und Ja/Nein zu sagen, oder der Buchhaltung zu sagen was sie für Zahlen zu sammeln hat. Die meiste Zeit wird von anderen geleistet. Diese Controlling Kosten können leicht von den vermiedenen Verlusten als Resultat dieser Arbeit gedeckt werden.
Nochmal zur Klärung, wofür der Vorstand in welchem Fall haftet (für diejenigen, die nicht bei der JHV waren):
§ 31 a, BGB, § 42 BGB
Der Vorstand haftet nur mit seinem Privatvermögen, wenn ihm Fahrlässigkeit (im Falle von Insolvenzverschleppung z.B.) nachgewiesen werden kann.
Insolvenz ist erst dann gegeben, wenn offenbar wird, dass die FÄLLIGEN Zahlungen nicht in angemessenem Zeitraum (3 Wochen) beglichen werden können. FÄLLIGKEITEN sind verhandelbar. Werden z. B. Ratenzahlungen vereinbart, wird damit Insolvenz kurzfristig abgewendet. Meiner Erfahrung nach geht fast jeder Schuldner auf ein Ratenzahlungsbegehren ein, da er sonst Gefahr läuft, gar nix zu bekommen, wenn ein Verein baden geht.
Liebe Cynthia,
danke für diese hoffentlich nun ein für alle mal zu begreifende Klarstellung! Allerdings muss es doch wohl in Deinem letzten Satz korrekter Weise heißen: “ … geht fast jeder Gläubiger auf ein Ratenzahlungsbegehren seines Schuldners ein, da er sonst …“
Sorry für diese ‚Pingeligkeit‘, muss aber sein, um Missverständnissen vorzubeugen …
Danke für die Richtigstellung 🙂
Danke , Cynthia und Madhukar, diese Erklärungen kann ich wunderbar im Protokoll der JHV verwenden!
https://intern.lebensgarten.df-kunde.de/2018/09/23/zu-den-letzten-kommentaren-bitte-jetzt-kein-chaos-schaffen/
Das neue Team soll sich ja erstmal dieses Themas annehmen.
Vielleicht kommt das Team ja zu dem Schluss, dass es jemanden von ausserhalb braucht, dann wird dies in die Wege leiten.
Aber auch diese externe Person braucht ja einen Ansprechpartner, der ihn beauftragt und mit ihm zusammen arbeitet. Das sollte das Finanzteam sein (weil es ja schließlich den Vorstand entlasten soll).
Nur wenn der Vorstand der Meinung ist, es braucht kein neues Team, sollten wir auf die Wahl verzichten.
@Joachim: ??
Wahl ja oder nein- bei allem, was ein Finanzteam leisten kann oder nicht, brauchen wir unbedingt jemanden, der das operative Finanzgeschäft erledigt, was wir bisher Finanzmanagement genannt haben – d.h. Nebenkostenabrechnungen, Mieten für die Gemeinschaftsgebäude, Mitgliederbeiträge, Spendenbescheinigung usw.
Diese Aufgaben werden nicht von Petra R. oder Uwe L. erledigt, die dafür auch keine Kapazitäten mehr haben.