Liebe Gemeinschaft,
Ich möchte euch heute von einer Idee berichten, oder vielleicht kann ich es sogar schon als Plan bezeichnen, von dem vielleicht der eine oder die andere bereits munkeln gehört hat: Ein regelmäßiges Gemeinschaftsessen für den Lebensgarten. Aus meiner Wahrnehmung der letzten 10 Jahre Lebensgarten ist das etwas, das am Ende sehr oft herauskommt, wenn Wünsche gesammelt werden, um mehr Gemeinschaft zu erleben. Und es ist etwas, das für viele andere Gemeinschaften so selbstverständlich dazugehört wie für uns Zähne putzen.
Stellt euch das mal vor, was das für unsere Gemeinschaft bedeuten würde, wenn ein (Groß)teil von uns mehrmals die Woche selbstverständlich zusammenkommt. Also ich hab da richtig Lust drauf!
Deswegen ist in mir die Idee gereift, uns diesem Wunsch endlich mal zu erfüllen. Begrenzt auf ein Jahr (KJ 2025) mit der Möglichkeit für Verlängerung, vorausgesetzt, die Nachfrage ist ausreichend vorhanden und es macht allen Beteiligten Spaß. Ich habe diese Idee mit viel Herzblut ausgetüftelt und würde sie gerne so oder so ähnlich umsetzen, wie ihr unten lest. Gleichzeitig ist klar, ich mache das für die Gemeinschaft. Wenn es also so nicht gut ist, aber anders schon, nehme ich das sehr ernst und hoffe dann, dass ich trotzdem noch Bereitschaft habe, die umsetzende Kraft zu sein.
Zu meiner persönlichen Situation und Motivation, da das vielleicht auch dazugehört: ich arbeite seit März nicht mehr selbstständig in der Jugendhilfe, bin aber weiterhin mit 5 Tagen bei Thomas angestellt, was ungefähr eine halbe Stelle ausmacht. Diese werde ich so oder so beibehalten. Ich könnte damit wohl über die Runden kommen (wir haben ja glücklicherweise faire Mietpreise hier 😉), aber lebe auch gerne in Fülle und habe mich gefragt, was es sein könnte, das sich sinnvoll und ausreichend frei anfühlt. Und da ist in mir die Idee des Gemeinschaftsessens gereift. Ich habe zwar keine Ausbildung in Richtung Köchin, aber fühle mich trotzdem kompetent in dem Gebiet. Auch Organisation, Struktur, Überblick und Kommunikation liegen mir. Mittlerweile habe ich u.a. bereits mit Götz (wegen Küchennutzung und Kooperation, dazu später mehr) und dem Lebensgarten-Vorstand gesprochen. Meine eigene Sehnsucht nach Gemeinschaftsgefühl beeinflusst diese Motivation natürlich auch positiv. Denn neben dem gemeinsamen Essen würde ich auch in jeder Koch-Schicht mit jemandem von euch zusammen sein.
Ich möchte euch hier das Konzept vorstellen, es wird etwas länger und ich würde euch sehr bitten, sollte es irgendein Interesse in euch wecken, dass ihr euch die Zeit nehmt, alles in Ruhe bis zum Ende durchzulesen. Am Ende findet ihr außerdem eine Online- Umfrage, in die ihr euer Interesse, Ideen und Wünsche eintragen könnt. Es würde mich extrem unterstützen, wenn alle bei dieser Umfrage teilnehmen, auch die, die eher wenig Interesse haben. Ich bin hier einfach auf Schwarmintelligenz angewiesen 🙂
Erstmal die groben Rahmenbedingungen:
- Das Essen wird in der Seminarküche zubereitet und in den Räumlichkeiten auch eingenommen.
- Mittagessen (oder tw. alternativ auch Abendessen, das kommt auf eure Wünsche an) Montag bis Donnerstag, außer in Schulferien und an Feiertagen. Ergibt übrigens 154 Mahlzeiten in 2025.
- Das Projekt wird finanziert über Jahresabos, circa 130-150 € im Monat pro Person (was ca. 10€/Mahlzeit ist).
- Kinder essen kostenlos (oder gegen Spende) mit.
- Zusätzlich hat jedes Abo eine Schnippel- oder Nachsorgeschicht pro Monat (1 Schicht umfasst ca. 3 Stunden). Diese kann gegen Geld (40€, also etwa Mindestlohn) an andere abgegeben werden, welche dann wiederum kostengünstiger teilnehmen können.
- Zur Finanzierung braucht es vermutlich mindestens 30-40 feste Teilnehmer*innen. Spontan mitessen ist voraussichtlich möglich, dann allerdings mindestens 50 % teurer als im Abo. Denn das ist dann eine Dienstleistung und nicht mehr Projektunterstützung.
- Verpflegung wird vegan, angepasst an eure Unverträglichkeiten und Wünsche und kinderfreundlich. Und natürlich lecker!!! Kooperation mit Pals ist angedacht.
Wenn unter der Woche Seminare von der Academy stattfinden, kocht Götz bzw. das Küchenteam für die Gemeinschaf mit.
Bisher habe ich, wie schon erwähnt, mit dem Vorstand (und PaLS) und mit Götz gesprochen. Beim Vorstand ging es um die Vorstellung der Idee und auch die Möglichkeit, das fiannzielle über die Buchhaltung des Vereins zu regeln und dass es Zustimmung und Wohlwollen der Academy-Küche braucht, ist ja selbsterklärend. Beide Kontakte verliefen sehr erfreulich.
Es sind noch einige Komponenten im Detail zu klären, für mich ist es aber der logische Schritt, erstmal euch ins Boot zu holen, um den Aufwand gering zu halten.
Übrigens: du brauchst auf keinen Fall Vereinsmitglied sein, um mitzumachen.
Etwas, das mit jetzt schon häufiger zu Ohren gekommen ist, ist die Sorge, dass Menschen sich entscheiden müssen zwischen PaLS-Anteil und Gemeinschaftsessen, weil sie sonst ihr Gemüse nicht schaffen. Es soll kein entweder- oder sein und auch kein Ausschlusskriterium, wir bemühen uns um kreative Lösungen, hierfür gibt es auch in der Umfrage ein Feld, falls du dazu noch Ideen hast.
Jetzt beantworte ich noch ein paar Fragen, die eventuell auftreten.
Warum ein Abo? Festlegen ist doch voll doof und unpraktisch für uns spontane Freigeister im Lebensgarten…
Die Idee ist, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen für dem Raum, in dem wir zusammenkommen und uns physisch nähren. Dies wird voraussichtlich nur klappen, wenn eine Person oder ein Team dafür die Organisation und Kontinuität zur Verfügung stellt. Das biete ich hiermit an. Unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten committed dabei bleiben. So habe ich das Gefühl, gemeinsam im Boot zu sitzen und weiß, dass es verlässliche Einnahmen gibt für die Küche, Lebensmittel und die Arbeitskräfte. Wenn sich nur bei Bedarf angemeldet wird, wäre ich Dienstleisterin. Das ist nicht meine Vorstellung von Gemeinschaftsessen und möchte ich nur ermöglichen, gegen Aufpreis, wenn die Basis gesichert ist. Ich hoffe, dass das verständlich ist. Ansonsten sprecht mich gerne an.
Sollte sich abzeichnen, dass es so wie ich es mir vorgestellt habe, für kaum jemanden passt, kann es natürlich angepasst werden- das versuche ich herauszufinden mithilfe der Umfrage.
Warum soll es komplett vegan sein?
Zunächst einmal ganz praktisch- Ich selbst lebe seit fast 10 Jahren vegan und kann mir einfach kein Szenario vorstellen, in dem es sich natürlich und machbar für mich anfühlt, in großen Mengen tierische Produkte zu verwenden. Ich habe es versucht, mir das vorzustellen und kriege richtig Puls dabei, auch wenn ich, wie ihr vielleicht wisst, weder dogmatisch noch missionarisch unterwegs bin bei dem Thema.
Ich glaube, dass ich durch meine eigene Erfahrung vegan mindestens genau so lecker (und gesund und ausgewogen sowieso) kochen kann als wenn tierische Produkte zum Einsatz kämen.
Ich bin extrem tierlieb und auf allen Ebenen bindungsorientiert und finde es eine der größten Grausamkeiten überhaupt, Kuhmüttern ihre Kälbchen wegzunehmen und alleine in eine vereinzelte Plastikbox zu stecken, weswegen ich Milchprodukte ethisch fast noch verwerflicher finde als Fleisch.
Der Lebensgarten hat unter dem letzten Vorstand den Klimanotstand ausgerufen. Dies bedeutet, bei allen gemeinschaftlichen Entscheidungen als oberste Prämisse den Klimaschutz zu berücksichtigen. Ich wünsche mir, dass wir als Gemeinschaft als Vorbild fungieren und vegane Ernährung ist unumstritten die klimaschonendste Ernährungsweise.
Und hey, es sind maximal 4 von 21 Mahlzeiten in der Woche, ihr könnt eure liebsten nicht-veganen Produkte einfach zu den 17 restlichen Mahlzeiten verspeisen, oder?
Wie läuft das jetzt alles ab?
Ich habe folgenden Fahrplan vorgesehen: Alle, die ernsthaftes Interesse haben, am Projekt teilzunehmen, teilen dies in Form der Teilnahme an der Umfrage mit. Hier gibt es wie gesagt auch Raum für Wünsche und Veränderungsvorschläge.
Derweil werde ich weitere Details mit der Academy und der Buchhaltung des Vereins klären, sodass alsbald klar ist, was die Konditionen im Detail sein werden.
Schon relativ klar ist: es wird eine (auf ein Jahr begrenzte) Einzugsermächtigung seitens des Vereins geben.
Das Konzept wird bei ausreichendem Interesse dann verfeinert, nochmal vorgestellt und im letzten Quartal des Jahres werden dann die Formalitäten vollständig ausgeführt, sodass es entspannt im Januar losgehen kann.
Wenn du dir jetzt noch unsicher bist, klick bitte trotzdem auf den folgenden Link, denn hier ist auch Raum für all diese Unsicherheiten.
Ich möchte es möglichst einfach und einheitlich halten, aber es gibt durchaus die Möglichkeit, mehr Varianten anzubieten, z.B. „halbe Abos“ oder ähnliches.
Hier nun die Umfrage. Ich würde mich freuen, wenn innerhalb der kommenden 2 Wochen (also bis zum 10.7.) alle teilgenommen haben.
https://forms.gle/AcQZ119pvSmSnkkBA
Ich bin gespannt und freue mich.
Herzlich,
Lara
liebe Leute, es haben jetzt 33 Menschen teilgenommen und ich habe einige persönliche nachrichten bekommen. ich würde die umfrage jetzt noch ein paar tage weiter offen lassen, falls noch jemand interesse hat. Mich würde das in der weiteren planung sehr unterstützen. mit dem aktuellen ergebnisstand der Umfrage ist jedenfalls noch nicht klar, ob die idee umzusetzen ist. deutlich wird jedenfalls: Abos teilen wird möglich sein und es wird mal mittag- und mal abendessen geben.
gemeinschaftliche Grüße 😉
Lara