Aktuelles aus dem Wandel-Kreis
Der Wandel-Kreis trifft sich seit einem halben Jahr jeden zweiten Samstag im Monat in einem sicheren und geschützten Rahmen. Er ist für alle Menschen offen, die sich aktiv für mehr Gemeinschafts-Bildung im Lebensgarten einsetzen. Die Treffen werden immer gut vorbereitet und es wird stets eine Nachlese in den Infogarten gestellt (so am 18. März, 21. Feb., 13. Jan., 17. Dez. und 17. Nov.) Jedesmal steht ein wichtiges Thema im Zentrum. Bisher waren die Themen:
+ Begegnung der Kulturen im Lebensgarten (zweimal)
+ Der Spaltung begegnen
+ Den Wandel gestalten
+ Unsere Verbundenheit stärken
Dieses Mal kreiste die Energie um die Frage: Was ist mein Geschenk an den Lebensgarten ?
Zur Einstimmung wurden die mitgebrachten persönlichen Gegenstände in die liebevoll gestaltete Mitte gelegt. Zwei Extra-Kerzen brannten dort für unsere beiden jüngst Verstorbenen. Es folgte eine angemessene Zeit der Stille.
Alle erhoben sich wieder, begegneten sich mehrmals zu zweit, verbeugten sich voreinander und streckten die Hände hoch zur Lotus-Blüte. Dabei sangen sie das Mantra:
“ May I take peaceful steps upon the Earth / May I take peaceful steps upon the Earth / I bow to You – a flower ! I bow to You – a flower ! „
Danach kreiste der Sprechstab in der Tradition des „Circle Way“ nach Manitonquat in einer ausführlichen Befindlichkeits-Runde. Es wurde von extrem herausfordenden Zeiten, dem Auf und Ab des eigenen Energie-Haushalts, von konstanter Müdigkeit und dem andauernden Wälzen der ständig gleichen Themen berichtet. Demgegnüber wurde hervorgehoben, dass der Wandelkreis durch die gemeinsam aufgebaute Energie immer auch Stärkung für den eigenen Weg schenkt.
Um vom Sprechen stärker ins Fühlen zu kommen, wurden nun zwei kraftvolle Bewegungs – Übungen angeboten:
a) Jede*r Teilnehmende berührte zärtlich und achtsam die eigenen Hände und Arme und dankte dabei diesen wunderbaren Gliedmaßen für alles, was sich mit ihrer Hilfe in die Tat umsetzen läßt.
b) Alle bewegten sich durch den Raum und drückten mit intensiven Bewegungen pantomimisch gegen die eigenen Widerstände an. So konnte erfahren werden, wie es sich anfühlt, den persönlichen Spielraum auszuweiten.
Nach einer kurzen Bio-Pause gab es eine längere Übung zum Thema MIT-ANDEREN-AUGEN-SEHEN. Zur Einstimmung wurde ein Gedicht von R.M.Rilke vorgelesen:
Wachsende Ringe
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
Die sich über die Dinge zieh
Ich werden den letzten vielleicht nicht vollbringen
Aber versuchen will ich ihn
Ich kreise um Gott, den uralten Turm
Und ich kreise Jahrtausende lang
Und ich weiß noch nicht: Bin ich ein Falke, ein Sturm
Oder ein großer Gesang.
Nun setzten sich Paare zusammen, die sich mit drei Fragen beschäftigten, indem sie jeweils vom Herzen her sprachen und sich vom Herzen her zuhörten.
(a) Was ich aus meiner Mitte heraus dem Lebensgarten schenke, um zu seinem Wohlergehen beizutragen, ist . . . > Was habe ich zu geben ?
(b) Ich in der Rolle meines ärgsten Widersachers halte von diesem Geschenk . . .
> Was lässt mich zögern ?
(c) Ich in der Rolle des Lebensgartens als soziales Wesen meine zu deinem Geschenk . . .
> Was braucht der Lebensgarten von mir ?
In der sich anschließenden Essenzrunde hatte jede*r Gelegenheit, die stärksten Einrücke mitzuteilen und anhand des jeweils mitgebrachten Gegenstandes zu erläutern:
* ein Stein halb weiß und halb schwarz – beide Kontrastfarben waren durch feine Linien miteinander verbunden
* eine Saatgut-Bombe – für das bunte Blühen
* die Göttin Lakshmi – für die Fülle
* das indianische Medizinrad – für verbindende Jahreskreis-Feste
* ein Herz + eine bunte Kette + eine kleine gelbe Kerze – für Liebe, Vielfalt und Licht
* die prächtige Blüte von einer Kamelie – für Schönheit und Lebensfreude
* eine Wärmflasche mit einem Herz – für gefühlte, warme Herzenergie
* ein Edelstein-Herz, auf dem ein buntes Stoffhühnchen brütet – für das Hüten der reinen Essenz
Spontan entwickelte sich noch ein Austausch darüber, was der Lebensgarten war, ist und wie er sich nach dem Wunsch der Teilnehmenden entwickeln möge.
Der Lebensgarten war bis etwa 2016 eine gefühlte Einheit mit starker Verbundenheit.
Der Lebensgarten ist heute eine Gemeinschaft ohne Zentrum, er ist praktizierte Vielfalt, ein Marktplatz der Möglichkeiten, viele kleine Energie-Kreise die nur lose miteinander kommunizieren.
Der Lebensgarten sollte sein ein organisches Ganzes mit gemeinsamer Ausrichtung auf Zukunftsfähigkeit für die heftigen Herausforderungen, die zu erwarten sind.
Was ist geplant ?
* ein öffentlicher Wandelkreis auf dem Hain zur Sommer-Sonnenwende im Juni
* das nächste Treffen findet statt am Samstag 8. Mai
Zum Ausklang gab es wie immer ein gemeinsames leckeres Buffet mit intensiven persönlichen „Tischgesprächen“.