Da Vergänglichkeit für uns gleichbedeutend ist mit Schmerz,
klammern wir uns verzweifelt an die Dinge, obwohl sie sich ständig ändern.
Wir haben Angst loszulassen, wir haben Angst, wirklich zu leben,
weil leben Lernen loslassen Lernen bedeutet.
Es liegt eine tragische Komik in unserem Festhalten: Es ist nicht nur vergeblich,
sondern es beschert uns genau den Schmerz,
den wir um jeden Preis vermeiden wollten.
Liebe ehemalige und zukünftige Gäste, Freundinnen und Freunde des Lebensgartens,
ihr glaubt gar nicht, wie gerne ich euch in diesem Newsletter etwas anderes berichten würde – das ist für uns alle hier gerade wirklich eine ziemlich große Übung im Loslassen.
Bis zur letzten Minute haben wir in den verschiedenen Teams auf Hochtouren daran gearbeitet, euch neben dem Abschied vom Seminarbetrieb auch einen Ausblick präsentieren zu können, wie es weitergehen kann und welche kühnen Pläne wir für die Zukunft ausgeheckt haben. Leider ist nichts von dem, was da erdacht und erträumt wird, soweit, dass wir es schon mit euch teilen können. Vieles war und ist doch komplizierter als erhofft, und wie man das aus Prozessen so kennt, dauert meist alles länger als gedacht.
Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als euch noch einmal zu berichten, dass unser Seminarbetrieb am 15.12.2020 seine Türen schließt und wir für alle externen Seminarleiter*innen bis auf Weiteres leider keine Seminarräume mehr anbieten können.
Auch gemeinschaftsintern ist die Schließung des Seminarbetriebs ein beherrschendes Thema, wie ihr euch sicher vorstellen könnt, denn auch die hier lebenden Seminarleiter*innen sind unmittelbar davon betroffen, da sie nun keine Seminare in unseren Räumen mehr anbieten können.
Zur Zeit wird noch an Lösungen gearbeitet, wie die vereinsinternen Räume von den Lebensgärtner*innen genutzt werden können, z. B. als Abend- oder Tagesveranstaltung ohne Unterkunft und Verpflegung. Dazu können wir euch im Januar-Newsletter dann sicher mehr berichten.
Ausgenommen von diesen Regelungen sind die Zweckbetriebe des Vereins Lebensgarten e. V.:
- die Schule für Verständigung und Mediation und
- die Kulturküche.
Hier werden alle geplanten Veranstaltungen (natürlich unter Einhaltung der jeweils aktuellen Hygiene-Vorgaben) weiter stattfinden. Die Buchung der Veranstaltung erfolgt ab dem 15.12.2020 dann aber über den jeweiligen Zweckbetrieb.
Unter folgenden Links findet ihr die Veranstaltungsübersicht und auch die entsprechenden Ansprechpartner*innen für die Buchung der Seminare:
Wir nutzen diese Phase, unseren Gebäudebestand auf Herz und Nieren zu untersuchen, und es sind einige Renovierungs- und Umbauarbeiten im Gespräch und schon in Arbeit. Begonnen haben wir mit mehreren Vereinsräumen – so wurde zum Beispiel unser “Wohnzimmer” renoviert und der bei Gästen wie Lebensgärtner*innen sehr beliebte Fundus musste vorübergehend geschlossen werden. Zur Zeit sind viele fleißige Hände dabei, weitere Vereinsräume umzugestalten.
Das Ziel ist die Schaffung neuer, einladender Räume für unsere Gemeinschaft, in denen wir uns begegnen können und wo z. B. auch Co-Working-Plätze zur Verfügung stehen. Und natürlich bekommt auch der Fundus ein schönes neues Zuhause, damit wir alle dann bald wieder stöbern und tauschen können.
Die notwendigen Umbauarbeiten werden natürlich nicht nur unsere Gebäude betreffen, sondern demnächst auch Spuren auf unserer Webseite hinterlassen. Hierüber macht sich unser PR-Team zur Zeit Gedanken und erarbeitet ein Konzept zur Umgestaltung der Webseite. Also wundert euch nicht, wenn es in absehbarer Zeit dort das eine oder andere Baustellenzeichen geben wird.
Ein weiterer, recht schmerzhafter Punkt ist neben dem Abschied vom Seminarbetrieb die Verabschiedung unserer Mitarbeiter*innen. Es war geplant, die Arbeit all der tollen Menschen hier im Betrieb mit einem großen Fest ordentlich zu würdigen. Doch dies müssen wir aufgrund der aktuellen Corona-Vorgaben nun leider vertagen. Nichtsdestotrotz feiern wir euch, liebes Mitarbeiterteam, und sagen an dieser Stelle DANKE DANKE DANKE für alles, was ihr über die Jahre hier auf die Beine gestellt habt. (Verabschiedung unserer Mitarbeiter im Seminarbetrieb)
Sooo, nun ist wohl alles gesagt und es bleibt mir nichts anderes, als wirklich loszulassen und darauf zu vertrauen, dass das, was sein soll, auch sein wird, und dass das Gras noch nie schneller gewachsen ist, nur weil jemand kräftig daran gezogen hat.
In diesem Sinne – genießt die in diesem Jahr ungewöhnlich ruhige Advents- und Weihnachtszeit, kommt gut in das neue Jahr und bleibt gesund und munter an Leib und Seele,
Miriam und das Team des Seminarbetriebs
Danke für die ausführlichen Worte Miriam und deinem Bemühen den bestehenden Spannungsfeldern und Betroffenen mit Wertschätzung und Klarheit bzw. Klarheit über die derzeitige Unklarheit zu nähren.