Liebe Alle,
Es hat eine Weile gebraucht, aber hier ist es nun, das Protokoll – und es ist nicht nur einfach ein Protokoll, sondern vielmehr auch ein Zeichen für die Bereitschaft der Gemeinschaft, sich jetzt in diesen Wandel hineinzubegeben (in dem wir ja schon lange stecken). Wenn es noch etwas zu ergänzen gibt, bitte immer her damit, dann füge ich es noch hinzu.
Sylke
Protokoll des Arbeitsgruppentreffens Lebensgarten Steyerberg e. V. vom 10.06.2020
(Kreise, Teams, Arbeitsgruppen, Personen mit Mandat) zur Zukunft des Seminarbetriebs am 10.06.2020 in Halle und Studio bei offener Trennwand des Lebensgartens unter Einhaltung der Abstandsregeln. Und an den Bildschirmen live zugeschaltet begrüßen wir den interessierten Rest der Gemeinschaft.
Die Wiedersehensfreude war groß, noch größer der Raum. Halle und Studio zusammengelegt und weiträumig bestuhlt (danke du wunderbarer Gerold). Mikrophone machten es möglich, uns auch auf die Entfernung, gut zu verstehen.
Zitat aus der Einladung:
Eine ordentliche MV aller Mitglieder ist nach wie vor rechtlich nicht erlaubt. Wir haben versucht sie anzumelden und wurden direkt über die Nichtzulässigkeit informiert. Was stattfinden darf sind Arbeitstreffen. Alle MandatsträgerInnen dürfen also persönlich anwesend sein. Da allen MandatsträgerInnen das Vertrauen der MV innerhalb soziokratischer Prozesse ansgesprochen wurden, gehen wir davon aus, dass sich mit ihnen insgesamt ein Querschnitt der Gemeinschaft abbildet und wir Vertrauen in die Entscheidungen der Anwesenden setzen können. Für Mitglieder ohne persönliche Anwesenheit funktioniert die Teilnahme und Abstimmung über elektronische Kommunikation (per Zoom-online-Kneipe). Eine schriftliche Stimmabgabe (in den Briefkasten des Vorstands) bis Donnerstag nach der Sitzung war ebenfalls möglich.
Gewählte Gremien/Arbeitsgruppen des Vereins Lebensgarten:
Fahrdienstteam (Bildungsbetrieb), Finanz-Team, Gebäudeteam, Geländeteam, GEN-Team, Heilehaus-Team, IT-Team, iTeam, Koordinationskreis Bildungsbetrieb, Strategische Koordination, Küchenteam, Kulturküche-Zweckbetrieb und Bühne, Leitungsteam, Ökologie und Nachhaltigkeit Team, PaLS, Personalteam, PR-Team, Schnupperzeitteam, Schule für Mediation/Zweckbetrieb, Seminarbüroteam, SeminarleiterInnen, Strukturentwicklungsteam, Verkehrssicherheitsteam, Vorstand (Lebensgarten), Vorstand (Stiftung), WiL-Gruppe, Zukunftsprojekt
Und hier beginnt das eigentliche Protokoll:
TOP 0 Zur Einstimmung leitet Christoph den Planetentanz an. Eine schöne Atmosphäre zu einem Song von Enya. Es begegnen sich viele lachende Augen und Gesichter. Die Halle ist mit Leben erfüllt und das ist schön.
Dagmar hat die Gesprächsleitung inne.
TOP 1 Kurzes Resümee über den bislang gelaufenen Prozess (Zukunftsprojekt, Coachingprozess, Arbeitsgruppen)
Joos berichtet, wie es zum damaligen Coaching Prozess gekommen ist und bedankt sich noch einmal im Namen aller bei Kai-Uwe und Dagmar, die das alles ins Rollen gebracht haben. Im Laufe der Zeit wurde es einfach immer deutlicher, wie schwierig und komplex die Findung einer SB-Leitung war und noch ist. Daraus hervorgegangen ist das Zukunftsprojekt, in dem viele engagierte Menschen der Frage nachgegangen sind: „Was erwarten wir von einer Leitung des SB und wie kann er zukunftsfähig sein?“ (Was genau das Zukunftsprojekt beinhaltet könnt ihr im Infogarten nachlesen)
Was Joos sehr klar hervorhebt, ist die Wertschätzung für die Leute, die im Zukunftsprojekt mitgemacht haben. Und danke auch an Joos, der du eine wichtige Rolle in diesem Projekt gespielt hast. Jedenfalls ist jetzt eine gute Grundlage für die Übergabe des SB geschaffen, nicht zuletzt dadurch, dass eine geldfreie Mitgliedschaft angedacht ist, für die im Austausch 6 – 8 Stunden wöchentlich gearbeitet werden kann. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Joos merkte zudem noch an, dass das Potential des Betriebes durchaus erkannt wurde, dass dieses sich allerdings auch nur bergen lässt, wenn jemand die Verantwortung dauerhaft übernimmt.
Das Fazit des Zukunftsprojektes, so Joos: Der Leuchtturm steht, doch die Birne ist kaputt.
Ein klares Bild, das die Erschöpfung der über die Jahre Tätigen sehr deutlich macht.
Eine befreiende Erkenntnis, die uns auch zu einer neuen Inspiration führt und zwar…
TOP 2 Vorstellung des Konzepts zur Weiterentwicklung des Seminarbetriebs (ABRO)
…zu den Ideen und Möglichkeiten des neuen Konzeptes für den Seminarbetrieb erarbeitet von den ABROs
Ab hier übernimmt Jannes das Wort und er beginnt damit, dass er die Metapher von Joos wieder aufgreift: „Wir können uns vorstellen, die Birne in den Leuchtturm zu tragen.“
Jannes beschreibt, wie die Idee entstanden ist, dass sich das ABRO-Team auch schon bevor es in den Lebensgarten gekommen ist, über das Thema Gemeinschaftsbildung ausgetauscht hat. Jetzt soll nicht nur mit dem Lebensgarten eine Kooperation entstehen, sondern auch eine Raumentwicklungsstrategie mit der Gemeinde Steyerberg entwickelt werden. Ein achtsamkeitsbasierter Systemwechsel, so nannte Jannes es, soll auf die nächsten Jahre geplant und umgesetzt werden, natürlich in Absprache mit allen. Und jetzt soll es an die nähere Umsetzung gehen. Insgesamt sind 8 Projekte geplant, die im weitläufigen Zeitraum der nächsten 30 Jahre umgesetzt werden können. Eine Vision mit philosophischem Touch, ein Open-Space-Projekt. Und jeder ist eingeladen zu partizipieren.
Danach war Raum für Fragen.
Lars: „Was sind eure Kompetenzen?“
Jannes: „Wir sind einfach klasse Netzwerker und unser Netzwerk ist sehr groß. Was wir in den eigenen Reihen nicht schaffen, das sourcen wir out (vermitteln es weiter), dann geht’s weiter ans Netzwerk. Aber wir sind auch ABRO-intern sehr gut aufgestellt. Wir haben unsere eigene Verwaltung, eine Buchhaltung, eine Marketingabteilung, eine Strategieberatung, wir haben künstlerische Weltveränderer, Architekten, Juristen usw. in unseren Reihen.“
Dagmar: „Wie sieht es aus mit einer Ausbrennprophylaxe?“
Jannes: „ Wir sind immer in Doppelbesetzung unterwegs und organisieren uns soziokratisch. Wir arbeiten an Befähigungsstrukturen, die dafür sorgen, dass Menschen nachkommen, die andere ablösen können.“
Joos: „Woher kommt das Geld für konkrete Pläne in Hinsicht auf den Seminarbetrieb?“
Jannes: Wir haben da verschiedene Möglichkeiten. In unserer Gruppe gibt es auch Leute mit ausreichend eigenem Kapital welches sie investieren können. Über eine unserer Firmen die Veranstaltungsfirma ABRO sind die meisten von uns zur Zeit abgesichert und wir tätigen bereits die ersten Investitionen hier. Und je nachdem welche Pläne und in welchem Umfang wir zusammen in den nächsten Wochen erarbeiten sind wir auch bereit einen Kredit für den Seminarbetrieb aufzunehmen um ihn wieder strukturiert aufzubauen.
NN: „Was sind die konkreten Pläne für den Seminarbetrieb?“
Charlotte: „Wir haben in einigen Sitzungen bereits Workshops ausgearbeitet, die wir aus den eigenen Reihen anbieten können. Menschen aus unserem Netzwerk sind sehr vielseitig begabt (New Work, Artisten, Yoga, Vorträge, Nachhaltigkeit, Upcycling, Tanz…)
Sylke: „Wenn ich z.B. Yoga aus deinem Munde höre, fällt mir ein: Habt ihr auch schon mal mit Nirmala gesprochen, sprich, habt ihr euch bereits mit den Lebensgärtnern vernetzt, die hier teilweise jahre- und jahrzehntelang bereits eigenes Potential hineinfließen ließen und lassen.?“
Charlotte: „Nein, aber das haben wir jetzt vor und hoffen, dass sich das im Laufe der nächsten Zeit ergibt.“
Joachim: „Seid ihr ABROs dann auch Seminarbetrieb-Leitung?“
Jannes: „Ja, wir wollen diese Verantwortung übernehmen. Aber wir wollen nicht vorpreschen, wir brauchen zunächst die Meinung der Lebensgärtner.“
Arinya: „Wie geht ihr mit den Ideen um, sodass es zur Durchführung von Seminaren kommt?“
Jannes: „Wir verzahnen Altes mit Neuem und schauen auf unsere Resourcenanalyse, die Marktanalyse und benutzen ein eigenes Werteraster. Uns liegen die bisherigen Themen des Seminarbetriebs (Nachhaltigkeit, Körper, Geist und Seele) selbst am Herzen und wir legen noch ein wichtiges Thema dazu und das ist die Erschaffung neuer Arbeitswelten.“
Joos: „Wir wollen nicht, dass jemand uns eine fertige Vision vor die Tür legt. Eine Nutzungsvision für dieses Gebäude, eine gute Philosophie, um ihm neues Leben einzuhauchen, ist wichtig. Und dafür wollen wir alle Nutzergruppen des Gebäudes einladen und gemeinsam an einer Vision stricken.“
Dagmar: „Was macht ihr grundlegend anders?“
Jannes: „Wir haben sehr ausgefeilte interne Organisationsprozesse. Wir sind nicht konfliktscheu. Unser Motto ist: Aus Reibung wird Wärme. Wir haben so tolle Leute, die zum Teil auch finanziell sehr gut aufgestellt sind. Wir selbst haben zur Zeit ca 100.000 Euro auf unserem Konto.
Declan: „Danke. Was braucht ihr von uns? Wie können wir euch unterstützen?“
Jannes: „Wir machen mit eurer Unterstützung und wenn ihr euch einlasst aus dem „uns“ und „euch“ ein „wir“.
Wir werden alle Lebensgärtner, so der Plan.“
Christoph erzählt daraufhin von der damaligen Pionierenergie, die nun deutlich wieder zu spüren ist. Dankbarkeit, Freude, eine Vertrauensbasis.
Declan erzählt von seiner Biographiearbeit und weist darauf hin, dass wir im fünften 7. Jahr sind und, dass es im Abstand von 7 Jahren hier immer eine Krise gegeben hat. Also, alles läuft nach Plan und wir können aus unseren Fehlern lernen.
Helga erinnert sich daran, dass die damalige Pioniergruppe, zu der sie ja auch zählt, gesellschaftlicher Vorreiter für viele Themen war, z.B. Spiritualität und Ökologie, aber auch alternative Heilmethoden und so weiter und sie mussten viel Häme aushalten. Und jetzt kommen neue Leute und die bringen wieder ein heikles Thema mit: neue Arbeitswelten.
Ihr tragt die Flamme weiter und wir haben unsere Aufgaben gut erledigt.
Gerold: „Ihr habt mich aufgeweckt. Hoffentlich gibt es viele Lebensgärtner, die euch unterstützen. Wir sind alle gefordert. Ihr seid ein Geschenk und eine Chance.
Dagmar findet daraufhin viele schöne zusammenfassende Worte, um am Ende mit folgender Erkenntnis enden: Willkommen Generationsübergang.
Joos stellt daraufhin das Zukunftsprojekt 2.0 vor und bedankt sich zunächst bei Jan, Evelyn und Jürgen für die technische Umsetzung. (Was es mit dem Zukunftsprojekt 2.0. auf sich hat, könnt ihr ebenfalls im Infogarten nachlesen.)
Wer ist da eigentlich drin? Cynthia, Joos, Miriam, Anja, Friedo, Christoph, Gerold, Samarpan und dieses Kernteam soll erweitert werden durch jeweils eine Person, die ein einzelnes Team vertritt.
Sozialteam: Lara
PaLS: Tim
T36: Lea
Gebäude: Jürgen
Schule für Mediation: Christoph
Kukü: Susanne oder Sylke
Bühne: Susanne oder Sylke (Oder wir legen beides zusammen und klären, wer teilnimmt)
Freie Nutzung durch den Verein: Franziska oder Manuel
Bis Ende August soll das Konzept stehen.
Der Vorstand ist dabei, einen Krisenstab für den aktuellen operativen Prozess des Seminarbetriebes (Coronamanagement) zusammenzustellen.
TOP 3 Abstimmung über die Fortführung/ Anpassung des Mandats für das „Zukunftsprojekt 2.0“ (s. Anhang)
Das Mandat wird vorgelesen. (siehe Anhang)
Matthias stellt die Frage nach einer Veto-Möglichkeit und Joos erläutert, dass es diese nicht geben werde. Das Team inklusive Teamerweiterung brauche nun das Vertrauen der Gemeinschaft und verspreche, dass es intern viele Absprachen geben werde. Man möge bitte auf diesen soziokratischen Prozess vertrauen. Das erweiterte Team werde im Bilde sein, jedes Teammitglied sei Teil des soziokratischen Prozesses. Das Ergebnis werde nicht noch einmal der MV zur Diskussion gestellt. Es sei geplant viele Stunden in diesen Prozess zu stecken und dadurch werden alle Beteiligten zu Experten und es brauche jetzt Vertrauen in diese Gruppe. Es wäre undenkbar aus der jetzigen Perspektive, wenn diese Arbeit nach langem Prozess in der MV eine Ablehnung in Kauf nehmen müsste. Zur Beruhigung sei gesagt, dass der soziokratische Prozess dafür sorgen wird, dass die bedürfnis- und lösungsorientierte Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu jeder Zeit gewährleistet ist. Ein Konfliktmanagement ist inbegriffen. Jedem ist klar, dass die kommenden Prozesse Reibung erzeugen werden. Und es ist auch jedem klar, dass diese Konflikte angeschaut und bearbeitet werden müssen.
Samarpan: „Wir waren in den letzten Jahren sehr erfolgreich (prozessorientiert) und ich muss sagen, dass ich hellwach geworden bin, weil sich vor mir ein Zeitfenster geöffnet hat. Ich sehe den Generationswechsel und erkenne die große Chance, die darin steckt. Ich glaube, dass das hier keine Zweckehe wird, sondern vielmehr eine Liebesheirat. Ich bin normalerweise eher skeptisch, aber Leute, ich kann euch sagen, mein Herz geht auf. Ich mutiere zum Optimisten. Ich bin bereit meine Power in diesen Vereinigungsprozess zu stecken. A Hau.“
Kerstin via Zoom: „Ist in der Projektgruppe jemand, der eine kritische Haltung gegenüber dem Übernahmeprozess des SB durch die ABROs inne hat?“
Samarpan: „LebensgärtnerInnen und ABROs sind miteinander im Prozess. Es gibt eine Exitstrategie. Wenn die MV feststellt, dass ABROs und LebensgärtnerInnen nicht zusammen passen, dann endet die Kooperation.“ Besser ist Ausprobieren. Und es klappt oder auch nicht.“
Chris: „Wie geht das? Der SB wird geöffnet und gleichzeitig verändert? Wie soll der Wandel des SB konkret vonstatten gehen, während Seminare stattfinden? (eine super wichtige Frage, Chris (Sylke))
Jannes: Das können wir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht in Gänze sagen. Ich denke das wir genau diese Fragen in den nächsten Wochen im Zukunftsprojekt 2.0 durcharbeiten werden. Ich bin guter Dinge das wir darauf gemeinsam Antworten finden werden.
Joos: „Genau dafür gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Lars, Rieke, Jürgen, Personalteam, Christoph, Cory, Magdalena und Petra Rasper (Buchhaltung), der sich dieser Thematik annehmen wird.“
Dagmar: „Der letzte Tag des Coachingprozesses hat gezeigt, dass es einen Kulturwandel in Bezug auf Führung und Leitung geben sollte, der sich darin ausdrückt, dass einer Gruppe, die bereit ist Verantwortung zu übernehmen, das Vertrauen zum Handeln ausgesprochen wird.“
Es kommt zur Abstimmung des Mandats für die Gruppe Zukunftsprojekt 2.0:
In der Fortführung des Mandats des Zukunftsprojektes erteilt die MV der Projektgruppe den Auftrag, die dargelegten Projektziele entsprechend der Projektfortschreibung zu erarbeiten und das Ergebnis umzusetzen.
(Projektziele siehe Einladung MV – Infogarten)
Ergebnis: 33 Ja-Stimmen
1 Nein – Stimme
2 Enthaltungen
Die Gegenstimme (Katharina S.): „Ich sehe die Konflikte nicht in guten Händen und weiß nicht genug über das Krisenmanagement. Ich mache mir Sorgen.“
Friedo dankt der Versammlung von Seiten des Vorstandes für den konstruktiven Prozess und findet warme Abschlussworte und wir schließen die Versammlung superpünktlich um kurz nach 22 Uhr.

Ergänzung: Lea ist auch als Vertreterin für den AVeV eingeladen.
Bitte für den gesamten Kulturbereich (Kukü/Bühne/Kino) nur eine Vertreterin für das Gesamtteam benennen.
Danke
schnief…das Sozialteam ist auch in diesem Protokoll vergessen worden.
Ja ja ja, es ist ein Zitat aus der Einladung und doch wäre es schön, wenn das Sozialteam noch reingebastelt wird.
Danke, wunderbare Sylke, dass du das Protokoll geschrieben hast.
Herzensgrüße
Rashida
Die Ja-Stimmen erhöhen sich aufgrund
schriftlicher Stimmabgabe auf 35!