TOP 1: WiL-Gruppe: a) Nachlese zum Kaminabend. Änderung der Aufgaben des Teams.
b) Neues Team für neue Bewerbungen auf Mitgliedschaften
TOP 2: Nachlese zum Gemeinschaftswochenende mit ggf. Abstimmungen
TOP 3: Antrag auf Abschaffung der Gemeinschaftsstunden (Siehe Text unten).
TOP 4: Infos vom Vorstand
TOP 5: Ankündigungen
Antrag auf Abschaffung der Gemeinschaftsstunden und Änderung des Mitgliedsbeitrages
- Die Möglichkeit, einen Teil des Mitgliedbeitrages in Form von Gemeinschaftsstunden bis zu 20 € / 2 GS abzuleisten, wird abgeschafft.
- Mitglieder können sich entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten der Kategorie I (50 €) oder der Kategorie II (60 €) einordnen und zahlen dementsprechend ihren monatlichen Beitrag. (Lastschrift?)
- Ab Beschluss dieses Antrages werden monatlich 10 % der Beiträge auf ein Konto zur Gebäudesanierung eingezahlt.
Motivation für den Antrag
- Abschaffung der Gemeinschaftsstunden:
Begründung:
- System der Gemeinschaftsstunden (GS) ist ungerecht.
- Das System ist arbeitsintensiv und kostet den Verein monatlich Geld.
- Geringe Unterstützung der Mitglieder bei der Erfassung der GS, dadurch Ungenauigkeiten
Zu 1. System der Gemeinschaftsstunden (GS) ist ungerecht.
Es bewertet Arbeit, die der Gemeinschaft dient, extrem unterschiedlich.
Körperliche Arbeit wird vergleichsweise hoch bewertet, dagegen geistige und/oder soziale Arbeit gering bis (bzgl. Gemeinschaftsstunden) gar nicht.
Das kann so in einer Gemeinschaft nicht zu einem gesunden Miteinander beitragen.
Status Quo:
Es gibt – grob gesagt – drei unterschiedliche Arten, wie wir Gemeinschaftsstunden anrechnen:
- Jeder Mensch, der in einem Team mit Mandat arbeitet, kann pro Monat dafür eine GS anrechnen, maximal 2 GS für 2 Teams pro Monat.
- Dazu gehören Vorstand, Sozialteam, Feedbackteam, Finanzteam, Dorfplenum, Familienteam, Gebäudeteam, WiL, PR, IT, KuKü. Es gibt Sonderregelungen für Wohnzimmerfürsorge, Personal, Fundus, Newsletter.
- Arbeiten im Gartenteam werden pro Stunde aufgeschrieben.
- Arbeiten in temporären Gruppen wie z. B. Verbindungsgruppe, Zukunftsschmiede, Kulturküchenrenovierung, Wohnzimmerneugestaltung usw. bekommen gar keine Stunde angerechnet.
Genauer betrachtet:
In einzelnen Mandatsteams wie z. B. Vorstand oder Sozialteam ist der monatliche Zeitaufwand regelmäßig mehrere Stunden wöchentlich pro Person. (Zeitweise arbeiteten die Vorstände in heißen Phasen bis zu 30 Stunden im Monat, Einzelpersonen auch noch mehr.) Angerechnet wird aber stets nur 1 Gemeinschaftsstunde. Das bedeutet, uns ist die Vorstandsarbeit maximal 8×10 € (1 GS) im Monat wert.
Temporäre Arbeitsgruppen, die aktuelle Themen aufgreifen, engagieren sich oft monatelang mit regelmäßigem Zeitaufwand. Diese Arbeiten, oft brisant, zukunftsweisend, sehr initiativ, sind uns keinen Euro/GS wert.
Die Gartenarbeit und die Arbeit im Gebäudeteam werden pro Stunde angerechnet. Als Bespiel hier ein normaler Arbeitseinsatz bzw. Dorfverschönerung am Samstag:
Die Menschen kommen um 10h, beginnen nach einer Einstimmung und Einführung gegen 10.15h, verschönern unser Gelände bis maximal 13h und bekommen dann ein Mittagessen plus 3 GS aufgeschrieben. Zwischendrin gibt es häufig noch eine Kaffeepause. Das Mittagessen wird von unseren Mitgliedsbeiträgen bezahlt.
- Ein Arbeitseinsatz im vergangenen Sommer, bei welchem 20 Lebensgärtner*innen mitarbeiteten, hat den Verein – somit eigentlich 600 € plus etwa 20 Mittagessen (Nichtmitglieder aßen auch mit) á 5 € gekostet, also 700 €.
Wenn wir uns die Auflistung der GS anschauen, können wir sehen, dass sich unterschiedlich Stunden angesammelt haben.
Zum einen gibt es Menschen, die über 100, sogar über 300 GS haben.
Zum andern gibt es immer wieder Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Stunden zu leisten.
Oftmals werden Veränderungen einer Situation nicht gemeldet (Austritt aus Team, finanzielle Situation, …).
Zu 2. Das System ist arbeitsintensiv und kostet den Verein monatlich Geld.
Die Gemeinschaftsstunden werden von Thomas erfasst, der dafür Gemeinschaftsstunden angerechnet bekommt. Evelyn ist für die Mitgliederverwaltung zuständig und somit auch für die Überprüfung der Rückstände durch nicht geleistete Stunden. Sie bekommt ein Honorar.
Formal ist es so, dass Evelyn bei einem Minustand von 4 Stunden (also 40 Euro) den Mitgliedsbeitrag sofort auf 60 € hochsetzen müsste. Daraus ergeben sich immer wieder unnötige Arbeitsstunden, da Evelyn vor einer Hochstufung des Beitrages mit den Mitgliedern in Verbindung tritt, Gespräche führt, Mails schreibt, nach Lösungen sucht usw. .
Die Arbeitsstunden, die sich ergeben, sind enorm, kosten den Verein immer wieder Geld und sind letztendlich nicht tragbar. Oft gibt es für Evelyn auch keine Möglichkeiten des Einzugs, weil keine Lastschriftgenehmigung vorliegt oder Konten nicht gedeckt sind. Um einen einzigen Vorgang abschließen zu können, bedarf es häufig mehrerer Mails oder Gespräche mit dem Mitglied und Rücksprachen mit dem Vorstand.
Thomas, der von allen Teams oder Einzelpersonen umgehend bei Veränderungen informiert werden sollte, um korrekt die Stunden zu verwalten, bekommt diese Informationen in den seltensten Fällen geliefert. Aufrufe, die im Infogarten, Ledi-Türe usw. veröffentlicht werden, blieben immer wieder ohne Resonanz. Persönliche Anschreiben wurden ignoriert. Fehler, die entstehen und die nachträglich korrigiert werden, kosten viel Zeit und damit dem Verein Geld.
Zu 3. Geringe Unterstützung der Mitglieder bei der Erfassung der GS, dadurch Ungenauigkeiten
Aufgrund der fehlenden Mitarbeit funktionierten weder die in der Anfangszeit eigenständig geführten Gemeinschaftsstundenlisten noch das aktuelle Verwaltungssystem von Thomas.
- Die Gemeinschaftsstundenlisten der ersten Jahre, die Lara verwaltete, wurden von den Mitgliedern nachlässig geführt. Viele Stunden, die angeblich gearbeitet wurden, waren nicht nachvollziehbar. Lara musste i.d.R. mehrmals zum Quartalsende zum Eintragen aufrufen. Oft ohne nachhaltigen Erfolg.
- Seitdem Thomas mit Unterstützung von Arinya die Stunden verwaltet, zeigt sich immer wieder, dass weder die Stunden noch Veränderungen in Teams gemeldet werden. Ebenso bleiben persönliche Anschreiben bzw. Nachfragen häufig ohne Resonanz. Weder Aufrufe an der Leditüre, im Infogarten oder persönliche Emails werden beantwortet. Eine korrekte Auflistung der Gemeinschaftsstunden ist daher nicht möglich.
- Immer wieder führten Gespräche mit Mitgliedern zu Unwillen oder Unmut, sobald es um die Einschätzung von Gemeinschaftsstunden, deren Meldung, um Versäumnisse bzgl. Informationen über Veränderungen u.ä. geht.
Resümee
Die Gemeinschaftsstunden wurden 2019 eingeführt, als wir den Mitgliedsbeitrag erhöhten. Damit sollte die Möglichkeit geschaffen werden, die Kostenerhöhung durch die Leistung von eigentlich ehrenamtlicher und normalerweise nicht entlohnter Arbeit aufzufangen.
Es hat sich leider in den letzten Jahren bei vielen Menschen hier eine Kultur entwickelt, wo jegliche Arbeit für den Verein mit einer Gegenleistung im Sinne von angerechneter Gemeinschaftsstunde vergütet werden soll. Das entspricht nicht mehr dem ursprünglichen Gedanken von Gemeinschaft, in der Menschen freiwillig für die Gemeinschaft etwas tun.
Die ursprüngliche Gemeinschaftsstundenidee ist sicherlich gut, doch die Umsetzung ist gescheitert.
– Der Verein hat stattdessen zusätzliche Kosten.
– Es entstehen Ungerechtigkeiten in der Bewertung der unterschiedlichen Arbeiten.
– Es ist nicht korrekt nachzuvollziehen, wer wie viele Stunden geleistet hat.
– Die Bereitschaft zur notwendigen Mitarbeit (Meldung von Stunden, Veränderungen etc.) ist nur bei einem Teil der Mitglieder gegeben.
Es ist nach bisher 5 Jahren mit verschiedenen Versuchen der Durchführung zu sagen, dass etliche Mitglieder kaum Verantwortung übernehmen, um dieses Modell korrekt auszuführen.
Die daraus entstehenden Kosten, Ungerechtigkeiten und der Arbeitsaufwand dienen nicht dem Wohle des Vereines und uns Mitgliedern im Miteinander.
Aus diesem Grunde beantragen wir die Abschaffung der Gemeinschaftsstunden.
2. Antrag auf
a) Änderung des Mitgliedbeitrages
b) Festlegung des Mitgliedbeitrages in 2 Kategorien
a) Bisher betrug der Mitgliedsbeitrag 60 €, wovon (bei GeringverdienerInnen) bis zu 2 Stunden monatlich als Gemeinschaftsstunden geleistet und der Beitrag dadurch bis auf 40 € herabgesetzt werden konnte. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Monat betragen momentan 4920 € €.
Wenn alle Mitglieder 50€ zahlen würden kämen wir aktuell auf 5350 €.
b) Der Betrag von 60 € ist ein Aufruf an alle, den Verein mit einem erhöhten regelmäßigen Beitrag zu unterstützen, wenn sie finanziell dazu in der Lage und /oder aber bereit dazu sind.
Diese Einstufung erfolgt freiwillig, kann jederzeit verändert werden.
Anhang: Erläuterungen zu den finanziellen Aspekten der Gemeinschaftsstunden
Einnahmen aktuell:
36MG x50€ = 1800 €
27MG x 40€ = 1080 €
34MG x 60€ = 2040
Einnahmen gesamt: 4920 €
Mögliche Einnahmen nach Abschaffung der GS und Staffelung der Mitgliedsbeiträge in 50/60€:
Bezahlten alle Mitglieder nur 50 € kämen wir auf 4850 €
Bezahlten alle Mitglieder 60 €kämen wir auf 5820 €
Bezahlten weiterhin wie bisher 34 Mitglieder 60 € und 63 Mitglieder 50 € kämen wir auf 5190€.
Mehreinnahmen wären durch 27 Mitgliedern möglich, die bisher 40 € zahlen, wenn die anderen Mitglieder weiterhin 50 € bzw. 60 € wie bisher zahlen. Das wären jährliche Mehreinnahmen: 3240 €.
Es fallen gleichzeitig Honorarkosten für die Verwaltung der Gemeinschaftsstunden weg.
Zudem könnten in diesem Zuge alle Minusstunden ausgeglichen werden. Die Schulden, die z. ZT. 25 Mitglieder an den Verein haben, betragen knapp 5000 €.
Zahlen aktuell:
36 Mitglieder zahlen 50 €
13 Mitglieder haben Minusstunden: 193
23 Mitglieder haben Plusstunden: 559
27 Mitglieder zahlen 40 €
12 Mitglieder haben 288,5 Minusstunden
15 Mitglieder haben 724,25 Plusstunden
Von 102 Mitglieder (gesamt) sind 5 geldfrei.
34 Mitglieder zahlen 60 €.
Viele davon sind in Teams oder machen Gemeinschaftsstunden, die sie nicht anrechnen lassen.
Danke für diese ausführliche Arbeit. Sehr gut reflektiert!
Ich meine mich erinnern zu können, daß wir die Gemeinschaftsstunden nach einem Jahr evaluieren wollten. Dies ist ja mit den paar Jahren Verspätung fast termingerecht geschehen 😉
Zu Top 3 meine Frage, die sich aus der Einladung nicht ersehen lässt. Wird dieser Punkt auch abgestimmt?
Vorweihnachtliche Grüße vom Steff
Hallo Steff, wir warten erstmal ab, was aus dem Thema auf dem Gemeinschaftswochenende entsteht.
Ah, ok und danke!