Gedanken von Horst zur MV am 16. August 23

Liebe Vereinsmitglieder,
da wir zu manchen Themen auf der kommenden MV verschiedene – zum Teil gegensätzliche – Meinungen zum Ausdruck bringen werden, ist mir daran gelegen, dies mit gegenseitigem Respekt und Wohlwollen zu tun.
Dazu schlage ich vor, wir treffen gleich zu Anfang eine entsprechende Vereinbarung und verwenden eine „Glocke der Achtsamkeit“ , mit der wir uns an diese Vereinbarung erinnern, wenn es eng zu werden droht.
Ich finde, wir sollten die unheilvolle Tradition der Feindseligkeit und Ausgrenzung, die dieser Ort jahrzehntelang erleiden mußte, nicht auch noch selbst fortsetzen.
Was unsere Gemeinschaft und unser Platz dringend brauchen, sind Frieden und Versöhnung !
Jede/r von uns sollte sich fragen:
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Bin ich bereit, mich zu versöhnen ?
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Trage ich selbst Frieden in meinem Herzen ?
Bevor wir über eine Satzungs-Änderung in Sachen Ausschluß entscheiden, sollte jede/r von uns diese Fragen für sich ehrlich beantwortet haben.
Gerade beim Thema Ausschluß hängt alles von meiner inneren Haltung ab, mit der ich eine Entscheidung treffe:
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Will ich jemand schuldig sprechen und verurteilen ?
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Will ich auch darauf schauen, welchen Anteil ich selbst an dem Konflikt habe ?
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Will ich das Problem wegmachen oder will ich aus ihm lernen ?
Wenn wir als Gemeinschaft dauerhaft inneren und äußeren Frieden möchten, in uns selbst und mit unseren Widersachern, sollten wir bei allem, was wir tun, immer beherzigen:
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Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg !
Thich Nhat Hanh drückt das, worum es mir geht, so aus:
Bitte, nenne mich bei meinen wahren Namen!
Bitte, nenne mich bei meinen wahren Namen!
Betrachte es ganz tief:
Jede Sekunde komme ich an,
sei es als Knospe in einem Frühlingszweig
oder als winziger Vogel mit noch zarten Flügeln,
der im neuen Nest erst singen lernt.
Ich komme an als Raupe im Herzen der Blume
oder als Juwel, verborgen im Stein.
Ich komme stets gerade erst an,
um zu lachen und zu weinen,
mich zu fürchten und zu hoffen.
Der Schlag meines Herzens ist Geburt und Tod
von allem, was lebt.
Ich bin die Eintagsfliege,
die an der Wasseroberfläche des Flusses schlüpft.
Und ich bin auch der Vogel, der herabstürzt, um sie zu schnappen.
Ich bin der Frosch, der vergnüglich im klaren Wasser eines Teiches schwimmt.
Und ich bin die Ringelnatter,
die in der Stille den Frosch verspeist.
Ich bin das Kind aus Uganda, nur Haut und Knochen,
mit Beinchen so dünn wie Bambusstöcke.
Und ich bin der Waffenhändler,
der todbringende Waffen nach Uganda verkauft.
Ich bin das zwölfjährige Mädchen, Flüchtling in einem kleinen Boot,
das von Piraten vergewaltigt wurde
und nur noch den Tod im Ozean sucht.
Und ich bin auch der Pirat,
mein Herz ist noch nicht fähig, zu erkennen und zu lieben.
Ich bin ein Mitglied des Politbüros
mit reichlich Macht in meinen Händen.
Und ich bin der Mann, der seine Blutschuld an sein Volk zu zahlen hat
und langsam in einem Arbeitslager stirbt.
Meine Freude ist wie der Frühling.
So warm, daß sie die Blumen auf der ganzen Erde erblühen läßt.
Mein Schmerz ist wie ein Tränenstrom.
So mächtig, daß er alle vier Meere ausfüllt.
Bitte, nenne mich bei meinem wahren Namen!
Damit ich all mein Weinen und Lachen zugleich hören kann.
Damit ich sehe, daß meine Freude und mein Schmerz eins sind.
Bitte, nenne mich bei meinem wahren Namen!
Damit ich erwache!
Damit das Tor meines Herzens von nun an offen steht,
das Tor des Mitgefühls.