Notfall Planung

Hallo Ihr Lieben:

Zum Anlass des heutigen Wasserausfalls, würde ich gern vorschlagen dass wir eine Notfalls Planungsgruppe bilden, soweit diese nicht schon existiert, und ich würde gern an ihr teilnehmen.   Ich habe mich schon seit mehreren Jahrzehnten mit Notfall Planung beschäftigt, da das Leben in Kalifornien (und die USA im Allgemeinen) durch Erdbeben, Stürme, und Bürgerunruhen sehr schnell in einen Notfall abrutschen kann.   Ich bin selbst schon im 1989 im Erdbeben in San Francisco mit 7.1 auf der Richter Scala gewesen.   Da war sehr beängstigend, und es gab Todesfälle und erhebliche Sachschäden.  Ich sehe folgende Prioritäten zur Notfall Planung:

  1. Wärme und Notfall Unterkünfte im Winter:    Wenn Strom und/oder Gas ausfällt, dann fällt in den meisten Haushalten auch Wärme aus.   Ein Zustand der in wenigen Stunden je nach Aussentempertatur lebensgefährlich werden kann.   Eine einfache Abhilfe sind Hols- und Brikettöfen, genügend Vorräte an Brennmaterial, und die Möglichkeit in einem warmen Zimmer Unterkunft bekommen zu können.
  2. Wasser:   Wenn Wasser unterbrochen ist (und wahrscheinlich auch Strom für zentrale Steueranlagen), haben wir wie jetzt keinen Zugang zu Trinkwasser, Kochwasser, Waschwasser, und Toilettenspülwasser.   Einfache Lösungen:   Chlorbleiche (sehr billig, ergiebig, und einfach), oder Tabletten zur Trinkwasser Desinfektion, Camping oder Familien handbetriebenen Wasserfilter, Frischwasser Vorratshaltung in Flaschen/Kanistern/Cysternen, Regenwasser Tonnen, Schöpften aus Brunnen mit Handpumpe/Eimer, Schöpfen aus der Aue (wenn Transportmöglichkeiten bestehen).
  3. Kommunikation:   Internet-, Mobilnetz-, Festnetzausfall durch Stromausfall oder weitreichender Netzwerkstörung (z.B. Virus Attacke).   Einfache Transitorradios mit Batterien zum Empfangen vor amtlichen Mitteilungen.   Amateurfunk für Notfall Kommunikationsrelaisketten.   Ich habe amerikanische Amateurfunklizensen, Funkgeräte, und habe in Kalifornien schon an Notfallübungen als Amateurfunker teilgenommen.   Für lokale Kommunikation sind einfache CB oder gleichwertige billige lizenzfreie Funkgeräte sehr nützlich.   Mittelstreckenkommunikation (10-30 km) ist sehr wichtig um im Notfall mit Einsatzkräften für medizinische Versorgung kommunizieren zu können, sowie Informationen zum Status von getrennten Familienmitgliedern austauschen zu können.   Weiterhin, für Stromausfälle die mehr als ein paar Tage dauern ist Amateurfunk auch ein Rückfall für offizielle Polizei, Feuerwehr, THW Kommunikation da oftmals auch offizielle Stellen nicht ausreichend gegen Stromausfall abgesichert sind.
  4. Medizinische Versorgung:   Im einem grossräumigen Ernstfall sind medizinische Zentren sehr wahrscheinlich überlastet und auch nicht erreichbar.   Medizinisches Material auf Vorrat um Brüche und Blutungen zu stabilisieren, sowie einige Menschen mit Notfallmedizinischer Ausbildung, sind sehr hilfreich.   Auch dringende Medikamente/Hilfsmittel z.B. Insulin, Herztabletten, Blutverdünner, Sauerstoff, etc. sollte von betroffenen auf Vorrat gehalten werden.
  5. Transport:   Ohne Strom gibt es keine Tankmöglichkeiten für Benzin/Diesel betriebenen Fahrzeuge.    Wir müssen sehen ob unsere Solarzellen unsere Elektrofahrzeuge auch ohne Netzstrom betreiben können, oder was für Materialen, Werkzeuge, und Know-How wir brauchen um unsere Solarzellen innerhalb von 1-2 Tage auf autonomen Betrieb umrüsten zu können.    Transport ist kritisch für medizinische Versorgung, Beschaffung von Wasser, Nahrungsmitteln, Werkzeugen, Materialen, etc.
  6. Stromversorgung:   Kritisch zum Aufladen von Akkus für Kommunikation, nächtliche Beleuchtung, Laden von Elektrofahrzeugen.   Ähnlich wie Punkt 5. Netzunabhängige Umrüstung von Solarzellen.   Wir sollten auch einige kleine Generatoren mit Benzinreserven zur Verfügung haben, da im Winter der Sonnenschein nicht ausreichend sein kann.  Batterien, Taschenlampen, und Kerzen gehören zur Notfallausrüstung in jeden Haushalt.
  7. Nahrungsmittel:   Für Notfälle von mehreren Tagen bis mehreren Wochen sind Nahrungsmittel vorrätig zu halten.   Am einfachsten sind Konserven, und andere trocken Nahrungsmittel, die keine Erwärmung benötigen, für die ersten 24-48 Stunden.   Danach sind trocken Nahrungsmittel, wie Reis, Bohnen, Spaghetti, etc. sehr hilfreich, billig, und sehr lange haltbar, aber diese brauchen Wasser und Kochmöglichkeiten wie z.B. Gasherde mit Gasflaschen, Holzöfen mit Kochplatten, etc.   Am besten wäre es wenn wir mehrere hundert Kilo auf Rotationsbasis z.B. in der LEDI auf Vorrat halten.

Diese sind nur ein paar erste Gedanken, und sie sind keinesfalls vollständig.   Wir sollten eine Planungsgruppe bilden, falls diese noch nicht existiert oder vorher existiert hat, die sich das Know-How aneignet, Notfallpläne ausarbeitet, und entsprechende Vorbereitungen organisiert.

Ich empfehle auch dieses folgende deutschsprachige Buch, das meines Wissens sogar als Lehrlektüre von amtlichen Hilfsorganisationen benutzt wird.   Es beschreibt ein Szenario wo europaweit der Strom ausfällt, und die Konsequenzen davon.   Nicht alles ist für mich total nachvollziehbar, aber es ist ein guter Ansatz um über Notfallsituation ernsthaft nachdenken zu können.

Ich hoffe diese Gedanken sind nützlich, und ich würde mich über Diskussionen in den Kommentaren freuen!

Vielen Dank,  lars

 

Blackout von Marc Elsberg:

 

4 Kommentare zu „Notfall Planung“

  1. Danke, Lars, dass Du dies anschiebst! Wir hatten vor Jahren (ca 10 Jahren?) eine Gruppe mit Margrit Kennedy, wo wir uns mit dem Thema beschäftigt hatten. Es waren noch Alex und Christine Koller dabei. Mehr weiß ich nicht mehr.

  2. Ich war auch dabei. Damals wurde das Thema Vorratshaltung eher belächelt, weswegen ich das in der Gruppe nicht weiter verfolgt habe. Wie gesagt, in der Gruppe.
    Ich finde das Thema sehr wichtig und wäre dabei.
    Grüße, Steff

  3. Ich finde das auch spannend, interessiere mich auch für Erste Hilfe und könnte mir auch vorstellen, dazuzustoßen, wenn ich wieder da bin und meine Kräfte dafür reichen.

  4. Es kommt meistens sowieso anders als man denkt! Trotzdem halte ich es für sehr wichtig, sich so gut es geht vorzubereiten. Höre des öfteren, ist nur was für ängstliche Menschen- glaube ich nicht- eher für Verantwortungsbewußte! Meine
    Meinung. Bin jedenfalls dabei…

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