Protokoll der Sonder-MV vom 28.08.2019

Top 1 neue Mitglieder

Cynthia PH. wird mit 25 Ja-Stimmen einstimmig als Vollmitglied in die Gemeinschaft aufgenommen.

Miriam K. und Simon Sch. werden von der Gemeinschaft als Probemitglieder willkommen geheissen.

Top 2 Vorstandswahl

Das bereits gewählte Team, bestehend aus Simon Sch., Friedo , sowie Magdalena und Cynthia findet Bestätigung in einem Stuhlkreis, wobei Cynthia und Magdalena durch Ersatzpersonen repräsentiert werden, da sie am 28.8. verhindert sind. Neu im Team sind Cory und Christoph.

Die Gruppe berichtet, wie es zu der Erweiterung gekommen ist. Christoph und Cory stellen ihre Themenschwerpunkte der zukünftigen Vorstandsarbeit vor:

Christoph: Mehr Kontakt zur Gemeinschaft und dem Verein herstellen; Fokus auf ‚was läuft alles gut‘ halten; mehr Spriritualität in die Arbeit bringen.

Cory: Möchte vor Ort wieder mehr ankommen; Kontakt zu Umwelt (auch Gemeinde) und Natur wichtig; Rolle der Kinder im LG betrachten

 

2.1. Feedback-Runde für die Gruppe durch die Gemeinschaft.

Da es im Vorfeld keine durchehende soziokratische Struktur für die Wahl gab, wird eine Feedbackrunde für alle 6 Personen abgehalten.

Es wird mehrfach betont, dass die Zusammensetzung aus jung/alt; Frauen/Männer sehr positiv ist. Auch die Themenschwerpunkte der einzelnen Vorstandsmitglieder in Spe werden für gut befunden. Auch wurde die gute Mischung aus „Erfahrung“ trifft auf „neue Impulse“ begrüßt.

Es wird mehrfach ein großer Dank an Friedo ausgesprochen. Er bleibt mit seiner Tatkraft und Erfahrung dem Vorstand erhalten.

Und noch: Christophs Vorhaben, mehr Augenmerk auf Spiritualität zu legen, findet auch anerkennende Worte.

2.2. Bedenken-Runde

Bezüglich Christoph: Mehrfach wird herausgehoben, dass Christoph möglicherweise zeitlich zu sehr eingebunden ist, um im Vorstand regelmäßig dabei zu sein, so dass die Vorstandsarbeit auf vielleicht zu wenigen Schultern ruht.

Simon: Einige LGler stellen heraus, dass Simon gerade erst Probemitglied geworden ist und den LG noch nicht genügend kennt. Zudem wird geäußert, dass er möglicherweise nicht die nötige Bereitschaft zeigt, sich an Abmachungen und Regeln zu halten.

Die geäußerten Bedenken werden von Sylke festgehalten und sollen nach 3 Monaten überprüft werden.

2.3. Gravierende Einwand-Runde

Angela äußert Christoph gegenüber gravierende Einwände (Gemeinwohl vor Einzelwohl), die sich u.a. auf ihre Recherche zu den Mietzahlungen der Zendo beziehen. Angelas Angaben nach wurden so geringe Mieten bezahlt, dass sie nicht einmal die (auch nicht bezahlten) Nebenkosten deckten. Eigentlich sollten die belegbaren Zahlen auf der Finanz-MV vorgestellt werden. Da diese aber verschoben wurde, sah Angela sich gezwungen, das Thema am Abend der Vorstandswahl in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch stellte sie in den Raum, dass Christoph Sonderkonditionen habe (z.B. Dokusan) und forderte, dass er seine Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl wahrnimmt und genausoviel zahlt, wie alle anderen auch.

Ihr konkret formulierter Einwand lautet :  „Ich habe Bedenken, dass sich Christoph durch seine Position im Vorstand bereichert.“

Christoph fühlte sich mit dieser Konfrontation durch Angela überfahren, hätte sich früheren Kontakt und Klärung gewünscht.

Nach vielen Wortbeiträgen wird folgende Einigung erzielt: Es erfolgt eine eingehende Überprüfung der Zahlen und Konditionen mit Angela, dem Finanzteam im Vorfeld der dann anstehenden Finanz-MV und weiteren Beteiligten. Das Ergebnis wird der Gemeinschaft vorgestellt.

Christoph zeigt sich mit dieser Regelung einverstanden.

Niemand anders äußert dem zukünftigen Vorstandsteam gegenüber gravierende Einwände.

Die Bearbeitung von Konflikten dieser Art stellen für die Praxis der Soziokratie ein gutes Übungsfeld dar, auch wenn Spannungen damit verbunden sind.

2.4. Wahl des Vorstandes

Alle zukünftigen Vorstandsmitglieder sagen einzeln ihr ‚Ja‘ zur Mitgliedschaft im Vorstandsteam. Ein neuer Vorstand ist gewählt, weitgehend unter den Bedingungen der Soziokratie.

In der MV am 4.9.19 findet die offizielle Wahl mit den nötigen Unterlagen für das Registergericht statt.

 

Alle sprechen allen ein großes Dankschön aus.

 

2 Kommentare zu „Protokoll der Sonder-MV vom 28.08.2019“

  1. Da ich an dem Abend keinen eigenen Satz finden konnte, habe ich Matthias Vorschlag übernommen. Jetzt mit Ruhe würde ich für den gravierenden Einwand die Worte wählen:
    „Ich habe Bedenken, dass Christoph durch seine Position im Vorstand seine Eigeninteressen verfolgt.“

  2. Zu allererst möchte ich die Gelegenheit hier noch einmal nutzen sichtbar zu machen, dass ich es bedauere, bei der Sonder-MV nicht angewesen zu sein. Ich hatte zeitgleich eine Supervision meiner Arbeiten, die ich in einem Zertifizierungsprozess im Rahmen meiner Neurographik-Ausbildung eingereicht habe. Das war ein nicht verschiebbarer Termin.

    Ich bedauere es, weil ich so nicht selbst meinen Platz einnehmen konnte. Aber besonders bedauere ich es, weil ich bei der Welle, die durch Angela losgetreten wurde, nicht anwesend sein konnte. Ich hätte gern einen Beitrag geleistet. Weil mir Klarheit und Transparenz wichtig sind, habe ich mich dazu entschlossen, zum Kreis derer zu gehören, die an der Klärung mit Christoph teilnehmen und dies bereits mit Christoph, Angela und auch Joachim abgesprochen.

    —snip—

    Doch nun zu etwas für mich Grundsätzlicheren: Wir schreiben uns hier auf die Lebensgartenfahnen, dass uns an wertschätzender Kommunikation gelegen ist und wir Verantwortung für unsere Intention, unser Handeln und für unsere Worte übernehmen wollen. Mir fällt immer wieder auf, dass es Bereiche gibt, in denen wir irgendeine ‚Allmacht‘ ins Boot holen, um nicht persönlich für das, was wir da inszenieren geradestehen zu müssen. Gerade jetzt beim Lesen des Protokolls fielen mir da zwei Stellen auf:

    1. das Verwenden von Totschlagsargumenten: „Gemeinwohl vor Einzelwohl“. – Grundsätzlich kann ich diesem Argument zustimmen… aber ich habe es inzwischen hier nicht nur einmal erlebt, dass lautstark mit innerlich erhobener Faust in Vertretung für Gemeinwohl gekräht wird und es am Grund der Argumentation doch hauptsächlich um die Präsentation des eigenen Egos auf der großen Lebensgartenbühne geht. Für mich ist das Missbrauch. Ihr könnt damit rechnen, dass ich, wenn ich anwesend bin, da relativ rigoros Stopp sagen werde und nachpopeln werde, welche Motive wirklich zugrunde liegen. Die dürfen alle sein, egal welche es sind. Ich mag dazu ermutigen, für die eigenen Bedürfnisse zu gehen (auch eigenen Ärger/Kränkungen) aber nicht die Gemeinschaft mit ‚Schlagworten‘ für eigene Zwecke emotional zu missbrauchen. Da packt nämlich MICH der Zorn 😉

    2. Zitat: „Da diese aber verschoben wurde, sah A. sich gezwungen, das Thema am Abend der Vorstandswahl in die Öffentlichkeit zu tragen.“ – Wirklich? Bitte achtet auf Eure Sprache! Die große Macht/das Universum/Götter jeglicher Art haben Angela gezwungen? Nichts und niemand außer unserer eigenen inneren Befindlichkeit kann uns dazu bringen, irgendetwas zu tun. Wir machen Dinge, weil WIR sie so WOLLEN. Weil wir vielleicht keinen anderen Weg sehen (oder sehen WOLLEN). Bitte schiebt keine höheren Mächte vor und streicht die Formulierung ‚ich sehe mich gezwungen‘ aus Eurem Sprachgebrauch. Das verhindert jegliche Verbindung! Das ist persönliche Ausübung von Macht ÜBER andere unter dem Mäntelchen der „Vorsehung“ oder des „göttlichen Auftrags“. Mir erzeugt so etwas Beklemmung.

    —snip—

    Und nun noch etwas in Sachen eigener Befindlichkeit: Ich finde es ziemlich zum Kotzen, dass ich in einem Vorstand starten soll, wo zwei Menschen gegenüber Misstrauen ausgesprochen wird. Ich teile dieses Misstrauen nicht, bin lieber ‚wach‘ und gehe mit dem, was JETZT ist und wie die Dinge in der Zusammenarbeit sein werden. Aber ich spüre, wie schwer es sich anfühlt, die Gemeinschaft nicht voll und ganz hinter uns spüren zu können. Wie es sich bleischwer und energiefressend anfühlt, wie mir die Freude und Leichtigkeit abgesaugt wird, ich UNS als Team auf dem Prüfstand sehe.

    Ich gehe voll dafür, dass mit den ‚alten Geschichten‘ aufgeräumt wird. Aber ich will nicht drei Monate als Team unter Beobachtung stehen, sondern erwarte Vertrauensvorschuss. Sonst lasst es doch einfach, uns als Team so, wie wir uns zusammengefunden haben und wie wir uns miteinander wohlfühlen zu wählen. Ich kann da echt nicht gut mit diesem Damoklesschwert des Vorbehalts. Wie viel positive Starterenergie sollen wir als Team wohl haben, wenn wir nicht wissen, ob ‚das Gemeinwohl‘ nicht in drei Monaten sagt: „Es gibt keinen Vorstand mehr.“? Denn genau DAS wird sein, wenn es nur vier Menschen wären, die übrig blieben. Und die Lösung ist NICHT, zwei weitere Menschen als potentielle zukünftige Lückenfüller dazuzustellen.

    Ich wünsche mir, dass Ihr diesen letzten Teil als das lest, was er gerade ist: eine Momentaufnahme, gespeist aus den Gesprächen der letzten Tage. Nicht mehr und nicht weniger. Es wird sich sicherlich weiteres in mir bewegen. Aber vielleicht ja auch Dinge in Euch. Sucht gern das Gespräch mit mir. Vielleicht könnt Ihr ja dazu beitragen, dass es in mir wieder ruhiger wird  .

    Danke fürs Zulesen.

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