2019-06-05 MV Proto Horst + Erg. Joos, Heike, Sylke - final MV-Vorbereitung Joos für 5.6.2019
- “ Kultur-Programm”
Alia lud uns ein, wir sangen gemeinsam “Step by Step …” und spielten das Spiel “Hallo Lebensgarten” mit Augen zu.
- Begrüßung von Miriam
als neues Probezeit-Mitglied.
- Alia wird in den Verein aufgenommen
mit 40 JA-Stimmen, 1 Enthaltung und O Gegenstimmen bei insgesamt 53 Anwesenden.
Alia bedankt sich vielmals – sie ist in den anderthalb Jahren ihres Hier-Seins sehr gewachsen und “heil” geworden.
- Situation des Seminarbetriebs (SB)
Joos übernimmt die Moderation und ruft zunächst den Beschluß der MV vom 6. März d. J. sowie die von ihm selbst ausgearbeiteten und im Vorfeld dem Vorstand und dem SB zu Verfügung gestellten Prüfkriterien in Erinnerung (siehe Anlage).
Caitanya erläutert einige Grafiken zu den Ausgaben und Einnahmen für die ersten 4 Monate
2019 im Vergleich zu 2018 (siehe Anlage).
Jan – April Einnahmen Ausgaben E r g e b n i s
………………………………………………………………………………………………………………………………
2018 ca. 80.300 ca. 104.000 ca. . /. 20.000
2019 ca. 96.300 ca. 86.200 ca. + 10.000
Vorsichtige Prognose von Kai-Uwe für das gesamte Jahr:
2018 ca. . /. 80.000
2019 ca. . /. 20.000
Caitanya hält eine schwarze Null für möglich, wenn noch 2 Wochenend-Seminare
à 20 Teilnehmende zusätzlich stattfinden und wenn die Personal-Kosten stabil bleiben
.
“Wir kommen von minus 80.000, haben wahnsinnig umstrukturiert und haben den Betrieb jetzt unter Kontrolle.” Er bezieht sich auf die Erstellung des monatlichen Cashflow und die dynamische Anpassung der Prognosen für das gesamte Jahr 2019 : “Wir müssen uns wohl auf ein Minus um die 10.000 einstellen.“ Es kommen noch geförderte Acquise-Maßnahmen hinzu, sodaß
für 2020 seiner Meinung nach ein leichtes Plus erwartet werden kann.
Joos: “Wie schlägt sich das Minus von 80.000 nieder?”
Caitanya: Das ist nach wie vor ein Rätsel. Dabei gibt es meines Wissens keine direkten Flüsse
aus Mitgliedsbeiträgen zum SB.
Joos: “Sind die Strukturen im SB schon stabil genug, oder wie sehr saß Euch
der Vorstand im Nacken?”
Caitanya: Das Koordinationsteam ist momentan eingesetzt als Betriebsleitung.
Die Prozeß-Begleitung beginnt im Juli – deren dringendste Aufgabe wird es sein,
eine “echte” Betriebsführung zu etablieren.
- Stellungnahme des Vorstands
Dieser verteilt gelbe Zettel, auf denen Feedback zu erkennen ist:
positiv: + deutliche Steigerung der Teilnehmer-Zahlen
+ für die Acquise wurden die Weichen gestellt
+ verbesserte Kooperation mit Petra Rasper aus der Buchhaltung
+ erhöhte Zahl von Bildungsurlauben
+ Lohnkosten wurden gesenkt
+ Anstrengungen des Küchen-Personals sind sichtbar
negativ: – die vorgelegte Prognose ist vom 6. Mai
– vor dieser MV gab es keinerlei Infos vom SB
– schlechte Kooperation, was den Daten-Rückfluß anbelangt
– Verbesserungen im Büro sind für uns nicht recht erkennbar
– unser Modell zur betriebswirtschaftlichen Führung des SB ist
nicht “durchgedrungen”
Fazit: “ Wir erkennen eine vorsichtig positive Entwicklung. ”
Fragen: * Hat die Koordination die Leitung des SB tatsächlich übernommen?
* Wer übernimmt die Verantwortung?
* Wer übernimmt die Verantwortung für das erwartete Minus 2019?
Joos: Eure ehrenamtliche Vorstandsarbeit erreicht die Grenze zur Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens. Ein glasklar erkennbares Gegenüber als Leitung des SB ist für den Vorstand nicht erkennbar. Es braucht noch eine gute Rollen- und Leitungs- Klarheit.
Sylke: Schade dass wir uns so wenig Zeit für Alia genommen haben.
Als wir vor 2 Jahren im Vorstand anfingen, haben wir uns einen ganzen Tag genommen, um unsere Haupt-Anliegen aufzuschreiben. Unsere Ziele waren gelebte Nachhaltigkeit, es ging uns vor allem um die emotionale und menschliche Seite.
Wir haben festgehalten, was wir alles im Lebensgarten in die Welt bringen könnten, wenn wir einen leeren Tisch hätten. Davon haben wir nichts auf den Weg bringen können.
Stattdessen haben wir als Vorstand die ganzen 2 Jahre zu 70 – 80 % mit dem SB verbracht, das war ein großer Zeitfresser.
Die MV hatte zunehmend die Funktion eines Aufsichtsrates angenommen. Als erkennbar wurde, dass für die letzte MV im Mai kein sachliches Thema anstand, wurde erwogen,
diese ganz ausfallen zu lassen. Es kamen nur etwa 20 Menschen. Heute geht es wieder
um große Probleme und jetzt sind wir über 50 .
Wir machen uns große Sorgen: Wer übernimmt Ende Juni den Vorstand?
Sylke erzählt, der Vorstand sei eine Liste der Gewaltfreien Kommunikation zu den unerfüllten Bedürfnissen durchgegangen, und fragt: Wie geht es uns allen ?
Dazu läßt sie Zettel herumgehen, auf denen Gefühle stehen wie:
deprimiert, genervt, hin- und hergerissen, angespannt, durcheinander, erstarrt, verzweifelt, matt, müde, unglücklich, argwöhnisch, erdrückt, gekränkt, mutlos, wütend, zornig …
Diese Zettel stehen symbolisch für das, was wir hier alle zu tragen haben.
Joos: Wir sind in einer co-abhängigen Struktur gefangen, aus der wir nicht herauskommen.
Das haben wir schon vor Jahren festgestellt. Wir benehmen uns wie Eltern eines drogenäbhängigen Kindes, die sich permanent Sorgen machen. Dadurch haben sich burnout-artige Gefühle eingeschlichen.
Der SB kommt nur schwer auf eigene Beine- Gleichzeitig ist er unser Kind und ist unserem Gründungs-Impuls so nahe, dass wir meinen, wir müßten immer noch in alles reinreden.
- Vorschlag des Vorstands zu einer Struktur des SB
a) Der SB wird ausgegliedert in einen gemeinnützigen Verein oder eine andere geeignete Rechtsform. Die hiesigen Seminarleiter führen den SB.
b) Christoph und Katharina übernehmen die Ausgliederung des SB.
c) Der SB mietet die Räume vom Lebensgarten.
Der Vorstand müßte sich nicht länger mit dem SB befassen und es könnte mehr Energie in
die Gemeinschaftsbildung fließen.
Joos: Unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Bilder haben mit unseren unterschiedlichen
Positionen zu tun. Laßt uns kein rechthaberisches Pingpong spielen,
sondern der Frage nachgehen:
“Was müssen wir noch wissen, in Bezug auf diesen Vorschlag des Vorstands ?”
-
- Es gibt also momentan keine Leitung für den SB ?!
- Wir sollten die Bemühungen für eine Umsteuerung wertschätzen, diese Leute gaben viel Energie, obwohl noch nicht alle Kriterien erfüllt sind.
- Die Kosten für Steuerberatung verringern sich dadurch, dass wir jetzt selbst die Zahlen erfassen und Übersichten erstellen
Joachim: Wir sollten uns darüber klar sein, dass wir dann etwas aus der Hand geben.
Wir haben nicht mehr den Zugriff, können nicht länger reinpfuschen und Sonderwünsche anmelden.
“Es ist dann nicht mehr unser kleiner schnuckeliger Seminarbetrieb!”
Declan: Was habe ich gelernt?
a) Zum ersten Mal wird im Lebensgarten über Geld gesprochen.
b) Wir sollten jeweils genau die Aufgaben definieren und uns dann eine
dafür qualifizierte Person suchen.
c) Der Vorschlag des Vorstandes steht absolut in der Tradition des Lebensgartens, so wie die Schule für Mediation, der PaLS usw.
d) Wir machen nicht länger einen Seminarbetrieb, wir machen Bildung.
- Resonanz auf den Vorschlag des Vorstands
Caitanya: Für mich kommt dieser Vorschlag komplett überraschend.
Die Botschaft für mich ist: “Ihr kriegt es nicht gebacken.”
Ich hätte mir dazu Kommunikation im Vorfeld gewünscht.
Diese Fragen sollten besser in der Prozeßbegleitung behandelt werden
und nicht hier auf der MV.
Joos: Wir haben einen positiven Trend, aber noch keine stabile Situation.
Es gibt noch keine Klarheit, inwieweit sich dieser defizitäre Betrieb tragen kann,
Bis Ende dieses Jahres begleitet der Vorstand den SB mit Controlling.
Stimmungsbild: Soll der Vorstand in Richtung Ausgründung sondieren / die Fühler ausstrecken ?
Ergebnis: JA = 33 NEIN = 5 ENTHALTUNG = 4 bei 46 Anwesenden
Die Nein-Stimmen und Enthaltungen kamen überwiegend vom bisherigen SB-Team.
Protokollant: Horst
Lieber Horst, danke für das ausführliche und differenzierte Protokoll. So kann ich ein Stück hineinspüren ,( da ich im Urlaub war…)
Ich zitiere aus der offiziellen Vorstellung unserer Gemeinschaft auf unserer Webseite: „Unsere Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen wir in den monatlichen Mitgliederversammlungen nach dem Konsensprinzip. Es ist unser Ziel, nur Entscheidungen zu treffen, mit denen alle gut leben können.“ Dieses Prinzip wurde in der letzten MV ad absurdum geführt. Bitte dazu auch das Protokoll des Koordinationsteams mit Stellungnahme beachten.
wer „sieht das anders“? Haben wir noch den Konsens, Entscheidungen zu finden, mit denen sich alle wohl fühlen oder ist es neuerdings okay, dass Dinge selbst gegen den Widerstand der Beteiligten per Mehrheitsbeschluss durchgedrückt werden?
Caitanya, bitte trotz allem ein paar tiefe Atemzüge machen.
Es ist kein Beschuss durchgedrückt worden.
Dies war ein Stimmungsbild.
Und dennoch möchte ich auch dazu sagen, dass es in der Geschichte des Lebensgartens, soweit ich sie miterlebte, immer wieder Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip gab.
Wenn die Zweifelnden ihren Zweifel z.B. nur in Form von Enthaltung ausdrückten.
Allerdings zeigte sich dann auch oft, dass solche Entscheidungen anschließend von der Wirklichkeit „überholt“ wurden.
Liebe Frauke, meiner Ansicht nach entspricht es eben nicht dem Geist dieses Prinzips, wenn ohne Vorgespräche Dinge im Hauruckverfahren präsentiert werden, ob sich das Resultat nun Stimmungsbild oder wie auch immer nennt. Ich vertraue jedoch auch darauf, dass dieses Thema sich mehr oder weniger von selbst erledigt. Nur Stress bedeutet es für den SB, wenn der Vorstand so etwas mit solchem Nachdruck vorantreibt. Und ich finde es einfach wichtig, das auszusprechen.
Außerdem habe ich auch schon öfters erlebt, daß Menschen, wenn sie denn nein stimmten, nicht mehr gefragt wurden, was es denn noch braucht. Auch das war wohl schon mal anders…
Ich möchte auch persönlich erklären, warum mir das Thema so wichtig ist: Für mich steht immer noch die Frage offen, ob uund wie ich mich nach der Sommerpause für den Betrieb engagiere. Und hier passiert erneut etwas, wo ich sage: „Stopp, so geht es nicht. So sollte nicht mit den Menschen umgegangen werden, die sich für den Betrieb eh schon aufreiben.“ Und ich finde es höchste Zeit, dass so etwas thematisiert wird und nicht unter dem Mäntelchen der Konfliktvermeidung unter den Tisch gekehrt wird.