Nachklang zur heutigen MV 22.8.18

Liebe Lebensgärtner-Innen,

es ist mir ein Bedürfnis, zum Thema Lorenz noch etwas hinzuzufügen. Bei allem Verständnis für die Angst und Schutzbedürftigkeit der Betroffenen möchte ich aber auch an Euer Mitgefühl für Lorenz appellieren. Ich habe es bei einem Familienmitglied hautnah miterlebt, wie furchtbar Menschen mit psychotischen Schüben selbst darunter leiden. Stellt Euch vor, Ihr seid nicht mehr „Herr“ im eigenen Körper, Eurer Gedanken, Eurer Entscheidungen, Eurer Handlungen, werdet Tag und Nacht von Stimmen und/oder Bildern bombardiert, beschimpft, bedroht, gezwungen zu etwas – erlebt tiefe Erschütterung, Verunsicherung, Orientierungslosigkeit, große Scham, Angst, Schuldgefühle, um nur Einiges zu nennen. Zudem gehört Lorenz nach meiner Einschätzung zu den weltweit 15% Menschen, die hochsensibel sind, genannt HSP (hochsensible Personen), die sowieso schon ständig das Gefühl haben, überfordert zu sein, da sie mit allen Sinnen so viel mehr und intensiver wahrnehmen, als andere Menschen und somit bereits im normalen Alltag einen sehr hohen input haben, der erstmal mit genug Zeit verarbeitet werden muss, ansonsten sind die Nerven schnell überreizt.

Wir können nicht einfach sagen, Lorenz ist das Problem, also raus mit ihm, dann gibt’s kein Problem mehr. In meinen Augen ist er jemand, der etwas ausdrückt, was hier als Energie bereits vorhanden ist. Also, wie gehen wir damit um? Was können wir tun?

Kaya hat die Idee, zu dem Vergewaltigungsthema eine Aufstellung zu machen, was ich nur unterstützen kann. Chris hat den Begriff „Schattenarbeit“ eingebracht – zu diesem Fall könnten wir uns fragen:

gab es in meinem Leben Momente, wo ich übergriffig war, wo ich in den persönlichen Raum eines anderen eingedrungen bin, wo ich jemanden bedroht oder mental oder sogar körperlich angegriffen habe, wo ich meine Macht mißbraucht habe? Vielleicht fallen euch noch mehr ein. Ich nenn das „ungeliebte Anteile nach Hause holen“ (anstatt viel Schmerz und Leid durch Projektionen zu verursachen) und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich gern an mich wenden.

Ich möchte mit Worten von Osho schließen, der sinngemäß gesagt hat: „Wir lösen Probleme am allerbesten, indem wir über sie hinauswachsen.“ In diesem Sinne, Elke

3 Kommentare zu „Nachklang zur heutigen MV 22.8.18“

  1. Innen wie außen
    Die Dinge, die wir sehen, sind dieselben Dinge, die in uns sind.
    Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen wo unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Worte kommen lassen.
    Man kann glücklich dabei sein. Aber wenn man einmal das andere weiß, dann hat man die Wahl nicht meh, den Weg der meisten zu gehen.

  2. Heute am späten Nachmittag / frühen Abend hatte ich ein langes, sehr offenes, ehrliches und tiefes Gespräch mit Elke. Wir konnten in wunderbarer Weise unsere unterschiedlichen Sichtweisen austauschen, konnten miteinander schweigen und einander zuhören …
    Ich bin Elke dankbar, dass dies möglich war und ich nicht meinem spontanen Impuls gefolgt bin, ihrem Nachklang einen ‚kämpferischen‘ Kommentar entgegen zu stellen.
    Mein Fazit: Es ist allemal besser, den persönlichen Austausch zu suchen, als sich im öffentlichen Raum der ‚modernen Medien‘ einen schriftlich-verbalen Schlagabtausch zu liefern, der auch beim besten Bemühen um ‚Klarheit‘ ein hohes Risiko von Missverständnissen und damit seelischen Verletzungen birgt …

    Wer mehr erfahren möchte, mag mich gerne ansprechen. Die persönlichen / vertraulichen Anteile unseres Austausches werde ich nicht preisgeben.

    With Love

    P.S.: Soeben poppte der Beitrag von Matthias auf meinem Bildschirm auf. Danke an alle Beteiligten für Ihre Bemühungen.

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