Alternative zum bisherigen Seminarbetrieb

Beim Klausurtag am vergangenen Sonntag habe ich eine Idee vorgestellt, wie wir mit dem Potenzial des Lebensgartens nachhaltig gesunde Finanzen und einen ideellen Zugewinn für die Gemeinschaft erreichen können. Im Folgenden werde ich das Konzept stichpunktartig skizzieren. Die Idee ist weder neu, noch ein abgeschlossener Masterplan. Der Entwurfs-Charakter soll ermutigen, die Gedanken gemeinsam zu vertiefen, weiterzuentwickeln oder auch kritisch zu hinterfragen. Wieder einmal wird die Schwarmintelligenz das beste Resultat bringen – und dieses Potenzial ist ja unsere besondere Stärke als Gemeinschaft.

 

Ausgangslage

  • chronisch defizitäre Finanzsituation, für das Geschäftsjahr 2016 57.000 € Verlust
  • noch einmal verschlechterte Belegungszahlen im laufenden Jahr
  • keine Investitionen, Rückstellungen für Gebäude oder gar Lohnerhöhungen in Sicht
  • hauptsächlich Wochenendbelegung (wie die meisten Seminarhäuser)
  • alte und große Gebäude mit hohen Kosten und Personalaufwand
  • Dienstleistungsbetrieb: Ein großer Teil des Gesamtumsatzes fließt an die SeminarleiterInnen
  • Inwieweit finden wir unsere Philosophie im Seminarbetrieb wieder?

 

Neue Wege

  • Weg von der Aufstellung als reiner Dienstleister, hin zu einem selbst zusammengestellten, beworbenen und durchgeführten Bildungsangebot
  • Satzungsgemäße Inhalte: „Achtung vor der Schöpfung, gegenseitige Unterstützung im Alltag, neue Formen der Konfliktlösung  (Mediation),die Erfahrungen der inneren Sammlung (Meditation), Ökologie im Alltag“
  • Der Lebensgarten wird wieder Katalysator für einen gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Wandel.

 

Es bleibt mehr Geld im Lebensgarten

Vom Gesamtpreis verbleiben 65% im Lebensgarten.

Darin enthalten: Unterkunft, Verpflegung, Raumkosten, Verwaltungs-/Personalkosten (somit auch die bisherige „Tagespauschale“), Werbekosten und Rücklagen für Reparaturen, Investitionen.

25% direkt an die SeminarleiterInnen.

10% Provision: verbleiben im Betrieb bei Direktbuchung, erhalten die SeminarleiterInnen zusätzlich für eigene Gäste, können einem Vermittler zugute kommen (Internetportale, Partner, LebensgärtnerInnen etc.)

 

Fließender Übergang

Altverträge bleiben bestehen

Flexibler Umgang mit StammkundInnen

Mein Vorschlag: Neuverträge für 2019 nur noch nach dem neuen System

 

Aufwand

Ein eigenes Jahresprogramm (Webseite und evtl. gedruckter Katalog)

Werbekampagne

Engagiertes Kernteam mit breiter Unterstützung aus der Gemeinschaft

 

Vorteile im Überblick

  • gesunde Finanzen
  • Rücklagenbildung
  • sanfter, stufenweiser und flexibler Übergang vom bisherigen Konzept
  • Einbindung der LebensgärtnerInnen
  • Vernetzung mit dem Umfeld: PaLS, GfK, Choka Sangha, LeNa …
  • satzungsgemäße Inhalte
  • Potenzial des Lebensgartens als gesellschaftlicher Katalysator
  • überschaubare Anfangsinvestitionen
  • kombinierbar mit weiteren Möglichkeiten (Tils Konzept, Abendakademie, Kongresse etc.)

 

Mögliche Probleme

  • wer macht professionelle Akquise?
  • Werben wir genug TeilnehmerInnen an?
  • Investieren wir Zeit, Mühe und einige tausend Euro in das neue Konzept?
  • Wer legt die Programme und Inhalte fest?

 

Beispiel

(ein Brainstorming-Programm zur Veranschaulichung, Interesse der SeminarleiterInnen vorausgesetzt, nicht vollständig)

LebensgärtnerInnen, GfK/Mediation (Katharina und Christoph), Retreat für Führungskräfte (Choka Sangha), Yoga (Nirmala),

Basenfasten (Helga), Human Design (Andre und Heidi), Ökologisch gärtnern / Permakultur (PaLS), vegan kochen (LeNa),

Schamanische Heilungsreise (Franziska), Soziokratie-Workshop (Til), Filzkunst (Arinya), Wege aus dem Burnout (Caitanya), Fastenwandern (Caitanya), Singen (Regine, Anadi) …

Sommercamp

kulturelle Veranstaltungen,

Kongress zu Ernährung, E-Mobilität, Permakultur, komplementären Geldsystemen …

 

StammkundInnen (subjektive Auswahl)

Wolfgang Peham (Wildnis-Pädagogik), Kelly Bryson (Tribal Technologies) , Siegmar Gerken (Core-Evolution) ….

Gezielt angeworbene externe SeminarleiterInnen mit interessanten Themen, darunter möglichst einige bekannte Namen (Hüther, Dahlke?)

Ich freue mich über eine rege Diskussion

Caitanya

4 Kommentare zu „Alternative zum bisherigen Seminarbetrieb“

  1. guter Ansatz und gute Grundlage für eine ausgiebigere Klausurtagung

    Vorschlag in Gedanken den Reset Durchführen neu anfangen Kreativ Unkonventionell und so weiter

    gutes gelingen
    micha

  2. Klingt gut!
    Unternehmensberater nennen das „Konzentrierung auf Kernkompetenz(en).“
    Diese müssten in einem ersten Schritt definiert und gelebt werden.
    Optimal: unter Berücksichtigung der vier Dimensionen der Nachhaltigkeit:

    – ökologisch
    – ökonomisch
    – sozial
    – kulturell

    Siehe auch

    http://gelebte-nachhaltigkeit.de/members/topics/index.htm

    http://www.muenchner-wissenschaftstage.de/2012/upload/download/Behlau_Lothar_Dimensionen_der_Nachhaltigkeit.pdf

  3. Ein sehr klar ausgearbeitetes und dargestelltes Konzept zur Weiterarbeit. EInen Dank dafür.
    EIne Verständnisfrage zur Darstellung des Berichtes
    Deine Auusage „chronisch defizitäre Finanzsituation, für das Geschäftsjahr 2016 57.000 € Verlust“ verstehe ich nur bedingt. Heißt es zusätzlicher Verlust im Jahr 2016?? Heißt das, das der Seminarbetreib iinsgesamt Kredite in dieser Höhe Hat? Heißt es offene Kredite neben weiteren klar definierten Verbindlichkeiten aufgrund von Investitionen in Summe x?

    • Nein, keine neuen Kredite. Das ist der Verlust lt. Jahresabschluss in 2016. Da sind z. B. auch Abschreibungen drin, also Substanzverlust, aber kein zusätzliches finanzielles Minus. Noch ist die Liquidität des Vereins gewährleistet. Also keine akute Panik, aber Zeit für neue Ufer.

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